Tokio (JAPANMARKT) – Zwei Drittel der Japaner haben eine „positive“ Einstellung zum vermehrten Einsatz von ausländischen Arbeitskräften. Dies basiert auch auf einer rationalen Einsicht.

Niedriger Ausländeranteil

Laut einer Umfrage der Finanzzeitung Nikkei meinten 74 Prozent der Befragten, dass die Zahl der Ausländer an ihren Arbeitsplätzen und in ihrer Nachbarschaft zugenommen hat. Zwei Drittel halten dies für eine gute oder etwas gute Entwicklung, der Rest hält dies für negativ.

Mit Stand Ende Juni 2018 lebten 2,64 Millionen Ausländer in Japan. Verglichen mit Deutschland, Großbritannien oder der Schweiz ist der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung mit rund zwei Prozent jedoch weiter sehr niedrig.

80 Prozent der 18- bis 29-jährigen Befragten begrüßten die steigende Ausländerzahl. Dagegen beträgt dieser Anteil bei den über 70-Jährigen nur 52 Prozent. Japaner mit einem Einkommen über acht Millionen Yen (64.000 Euro) sind zu 76 Prozent positiv gegenüber Ausländern eingestellt. Unter Japanern mit weniger als drei Millionen Yen Einkommen sind es 61 Prozent.

Einsicht in Unvermeidbarkeit

Die positive Einstellung scheint vor allem auf Vernunft zu beruhen. 72 Prozent der Befragten betonten die Bedeutung der Ausländer als Arbeitskräfte, nur 22 Prozent erwarteten von ihnen eine wichtige Rolle für die lokale Gesellschaft. Zugleich erklärten 55 Prozent der Befragten die Zunahme sei unerwünscht, wegen des Arbeitskräftemangels aber unvermeidlich.

Auch die Sorgen der Befragten wegen mehr Ausländern wurden deutlich artikuliert. 57 Prozent befürchteten eine Verschlechterung der öffentlichen Sicherheit und 51 Prozent die Missachtung von Alltagsregeln, darunter die Abfallentsorgung. 50 Prozent bezeichneten das Verhalten von Ausländern als „sonderbar“.

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