Tokio (JAPANMARKT) –  Japanische Autobauer wie Toyota und Nissan suchen alternative Wege zum autonomen Fahren. Der Fahrer wird unterstützt statt entlastet.

Augmented Driving

Branchenführer Toyota spricht lieber vom assistierten als vom autonomen Fahren. Toyota-Chef Akio Toyoda, ein enthusiastischer Motorsportfreund, will die Fahrzeugkontrolle nicht dem Computer übergeben, damit der Mensch weiter Spaß am Fahren haben kann. Das Stichwort lautet „Augmented Driving“.

Diese Interpretation von „autonom“ ergibt insofern Sinn, als dass es noch Jahre dauern wird, bis die Computer wirklich fähig sein werden, ein Fahrzeug wirklich allein zu steuern. So lange wollen Toyota und andere Hersteller in Japan die Computertechnologie lieber nutzen, um das Fahren zu unterstützen und sicherer zu machen.

Navigationsgerät antwortet

Das Konzept lässt sich am intelligenten Navigationssysteme von Mitsubishi Electric studieren. Dieses System weist nicht nur den Weg zu einem Ziel, sondern kann dazu auch Fragen beantworten. Beim Abbiegen zum Beispiel kann die Person am Steuer nachfragen, ob das Navi diese oder erst die nächste Abbiegung oder Straße gemeint hat.

Mitsubishi Electric betreibt dafür einigen technischen Aufwand. Innenkameras beobachten die Lippen des Fahrers und erfassen, ob er selbst spricht und nicht jemand anders im Auto. Das System antwortet nur auf Fragen des Fahrers. Auch der Blickwinkel der Augen wird von den Kameras erfasst, um den Sinn einer Frage in Zusammenhang mit der Umgebung zu bringen.

Das MAISART genannte System, das Mitsubishi Electric an Fahrzeughersteller lizenziert, fördert also einen bionischen Fahrer. Das heißt: Die Technologie „verbessert“ den Fahrer. In diesem Sinne agieren zum Beispiel auch Kameras und Sensoren an der Fahrzeugfront. Bei der Ausfahrt aus einer Garage, Einfahrt oder engen Straße informieren sie den Fahrer, ob die Straße frei ist.

Foto: Vorführung des antwortenden Navigationssystems (Mitsubishi Electric)