Tokio (JAPANMARKT) – Am Donnerstag konnte sich Masayoshi „Masa“ Son bestätigt fühlen. Die Börse feierte seine Strategie für die Softbank Group.

Künstliche Intelligenz

Der 61-jährige Japaner mit koreanischen Wurzeln, Gründer und Chef der Softbank Group, will das operative Geschäft mindestens noch acht Jahre selbst führen. „Ich entscheide nach dem 69. Geburtstag, ob ich weitermache“, sagte Son bei der Bilanzpressekonferenz in Tokio.

Danach werde er an die Spitze des Verwaltungsrates wechseln, erklärte Son. Bis dahin werde er einer einfachen Strategie folgen: Softbank und ihr Vision Fund investierten in Unternehmen, die auf künstliche Intelligenz setzen. Diese Technologie verändere die Welt genauso wie der Wechsel von der Pferdekutsche zum Automobil, gab sich Son überzeugt.

Erhöhung des Aktienpreises

Sein drängendstes Anliegen sieht der Technologie-Investor darin, internationale Anleger von seiner Vision zu überzeugen. Gemessen an seinen Beteiligungen an der chinesischen Alibaba Group, Yahoo Japan und der japanischen Mobilfunksparte Softbank Corp. sei der Mutterkonzern 25 Billionen Yen (110 Milliarden Euro) wert. (Mehr Details stehen hier.)

Abzüglich Nettoschulden von vier Billionen Yen ergäbe dies einen Aktienpreis von 20.000 Yen. Die Börse handele Softbank jedoch 58 Prozent niedriger, beklagte Son und begründete damit seinen bisher größten Aktienrückkauf über 600 Milliarden Yen. Das Signal wurde am Finanzmarkt erhört: Die Titel von Softbank sprangen fast 18 Prozent nach oben.

Dabei spielte wohl nicht nur der Rückkauf, der bis Ende Januar 2020 läuft, eine Rolle. Denn zum einen hatte Softbank zwischen April und Dezember ihren Ebit-Ertrag um 62 Prozent auf 1,9 Billionen Yen (14,6 Milliarden Euro) gesteigert und damit sogar Toyota übertroffen. Zum anderen konnte Son beweisen, dass der Vision Fund trotz fallender Bewertungen im Tech-Bereich Geld verdienen kann.

Überzeugender Nvidia-Deal

Zwar verbuchte Softbank für den Verkauf ihrer rund fünf Prozent Anteile am Chipspezialisten Nvidia zwischen April und Dezember einen Verlust von 50 Milliarden Yen. Aber den Absturz der Aktie in drei Monaten um über 50 Prozent fing der Vision Fund mit einem Terminkontrakt auf. Unterm Strich steigerte Son seine ursprüngliche Nvidia-Investition vom August 2017 nach seiner Rechnung um den Faktor 4,5.

Der überzeugende Deal hat die Skeptiker des Geschäftsmodells von Softbank in die Defensive gezwungen. Schließlich konnte Son demonstrieren, dass der Vision Fund selbst in schwierigem Umfeld mit Gewinn aussteigen kann. Nun muss der japanische Finanzjongleur nur noch beweisen, dass sich die oft als teuer betrachteten Investitionen des Vision Fund auch über die Börse versilbern lassen.

Kommende Lackmustests

Zwei Lackmustests stehen unmittelbar bevor: Das Messengerdienst für Unternehmen, Slack, hat soeben einen Antrag auf direkte Aktienplatzierung gestellt. 2017 hatte der Vision Fund eine Finanzierungsrunde von 250 Millionen Dollar für Slack angeführt.

Beim noch in diesem Jahr geplanten Börsengang des Mitfahrdienstes Uber geht es dann ans Eingemachte: Der Vision Fund hat 7,7 Milliarden Dollar in Uber gesteckt und ist mit 15 Prozent offenbar der größte Einzelaktionär. Ein erfolgreiche Börsennotierung wäre der ultimative Triumph für Masayoshi Son.

Foto: Masayoshi Son (Youtube-Screenshot von Softbank Group Video)