Tokio (JAPANMARKT) – Japans großen Finanzgruppen gehen die Einnahmequellen aus. Zuletzt versiegte auch der Aktienmarkt.

Fallende Gewinne

Die Gewinne der drei sogenannten Megabanken bleiben im Abwärtstrend. Im dritten Geschäftsquartal zwischen Oktober und November berichtete Branchenführer Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) einen Ertragsrückgang um 6,4 Prozent auf netto 221,4 Milliarden Yen (1,8 Milliarden Euro).

Bei Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG), die zweitgrößte Gruppe in der Marktkapitalisierung, schrumpfte der Gewinn um 27,5 Prozent auf 165,3 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro). Mizuho Financial Group, die Nummer zwei in der Bilanzsumme, verzeichnete ein Gewinnminus von 68 Prozent auf 50,5 Milliarden Yen (404 Millionen Euro).

Schwache Kreditnachfrage

Grundsätzlich kämpfen die Finanzgruppen weiter mit der schwachen Nachfrage nach Firmenkrediten sowie ihren winzigen Margen als Folge der ultralockeren Geldpolitik einschließlich des Strafzinses von 0,1 Prozent auf einen Teil ihrer Einlagen bei der Notenbank. Die Geldpolitik hat auch den früher beliebten Eigenhandel mit Staatsanleihen eingeschränkt.

Neuerdings schwächelt auch das Geschäft mit kommerziellen Hypothekenkrediten. Nach Problemen bei einer Regionalbank drängt die Finanzaufsicht die Institute, weniger Kredite für Immobilien-Investitionen zu vergeben. Private Anleger kaufen Mietobjekte wegen der Niedrigzinsen oft mit sehr wenig Eigenkapital. Diesen Trend will die Finanzaufsicht unterbinden.

Sinkende Aktienkurse

In den vergangenen Jahren haben die Finanzgruppen ihre Gewinne stabil gehalten, indem sie Buchgewinne ihrer Aktienportfolios realisierten. Aus Gründen der Corporate Governance verkauften sie vor allem Aktien ihrer Geschäftspartner, die sie bislang als Symbol für ihre Kundenloyalität gekauft und gehalten haben.

Doch im vierten Kalenderquartal brachen die Aktienkurse in Japan kräftig ein. Der Nikkei 225 verzeichnete den ersten Jahresverlust seit sieben Jahren. Dadurch schrumpfte das auf neun Monate gerechnete Einkommen von MUFG aus Aktien um 37 Prozent auf 84,6 Milliarden Yen (677 Millionen Euro). Bei SMFG sank dieser Ertragsposten um 23,5 Prozent auf 52 Milliarden Yen.

Foto: Tokioter Börse (flickr/Martin Springall CC BY 2.0)