Tokio (JAPANMARKT) – Weniger Absatz als erwartet zwingt Nissan zu einer Gewinnwarnung. Damit gerät CEO Hiroto Saikawa unter noch mehr Druck.

Weniger Verkäufe

Sechs Wochen vor dem Bilanzstichtag 31. März senkte das japanische Unternehmen, zu 43 Prozent im Besitz von Renault, die Jahresprognose deutlich, weil statt den angekündigten 5,925 Millionen nur 5,6 Millionen Autos verkauft werden. Rückgänge gibt es in den USA, Japan und Europa. Das operative Schlingern verschärft ohnehin schwere Zeiten, da Chairman Carlos Ghosn abgesetzt wurde und die Allianz mit Mutterkonzern Renault kriselt.

Der zweitgrößte japanische Fahrzeughersteller erwartet nun 450 Milliarden Yen (3,6 Milliarden Euro) statt 540 Milliarden Yen operativen Ertrag. Das wären 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei einem Umsatz von 11,6 Billionen Yen (92,8 Milliarden Euro) fällt die operative Marge mit 3,9 Prozent um 0,6 Punkte niedriger aus als erwartet. Unterm Strich werden statt 500 Milliarden Yen nun 410 Milliarden Yen (3,3 Milliarden Euro) stehen.

Rückstellung wegen Ghosn

Der korrigierte Ausblick enthält auch eine Rückstellung von 9,2 Milliarden Yen (74 Millionen Euro) für Gehaltszahlungen an Ex-Chairman Carlos Ghosn, die in den Geschäftsjahren 2009 bis 2017 nicht angegeben wurden. Ghosn sollte dieses Geld angeblich nach seinem Ausscheiden bei Nissan erhalten. Dem 64-jährigen Automanager und Nissan werden vorgeworfen, diese Zahlungen bei den jährlichen Finanzberichten an der Tokioter Börse nicht angegeben zu haben. Wegen Verstoßes gegen das Börsengesetz wurde Ghosn daher am 19. November in Tokio verhaftet.

Zwar stieg der Betriebsgewinn im dritten Quartal zwischen Oktober und Dezember um 25,4 Prozent auf 103,3 Milliarden Yen und die Einnahmen um 5,9 Prozent auf rund 3 Billionen Yen (24,4 Milliarden Euro). Aber der Nettogewinn sackte um 76,7 Prozent auf 70,4 Milliarden Yen. Eine Ursache war das US-Geschäft mit 26 Prozent Anteil am globalen Absatz. Trotz der höchsten Anreize sank die Verkaufszahl im Jahr 2018 um 6,2 Prozent. Im Januar beschleunigte sich der Rückgang auf 19 Prozent.

Foto: Nissan Juke (Nissan)