Tokio (JAPANMARKT) – Japans Hauptstadt vollzieht eine heimliche Transformation. Ihr großer Moment soll im Olympiajahr 2020 kommen. 

Tokio im Wandel

Anderthalb Jahre vor den Olympischen Spielen thematisiert der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NHK den Wandel von Tokio in der Dokumentationsreihe „Tokyo Reborn“, die bereits vor dem Jahreswechsel begonnen wurde.

Dabei scheint der Leitgedanke zu sein, Tokio als wiederauferstandene Stadt zu porträtieren. So geht es in der zweiten Episode der Serie um das Netzwerk an Tunneln, die ungeachtet aller Erdbebengefahren den sandigen Untergrund der Stadt durchziehen – Tunnel etwa für U-Bahnen und Autos, aber auch unterirdische Wasserspeicher.

Bezugspunkt „Akira“

Der eigentliche Clou dieser Dokumentarserie besteht jedoch in der Referenz an das Endzeit-Manga der achtziger Jahre und den Anime-Film von 1988, „Akira“ von Katsuhiro Otomo, der auch bei der Produktion der NHK-Serie aktiv mitwirkte. Dabei handelt es sich um die erste in Deutschland komplett veröffentlichte japanische Manga-Serie.

In dem Manga und Film wird Japans Hauptstadt Tokio durch eine Atombombe zerstört. Doch 2019 wird die Stadt als „Neo-Tokyo“ auf einer künstlichen Insel in der Bucht von Tokio wiederaufgebaut. Dort leben Jugendliche mit übernatürlichen Fähigkeiten, die sich in Motorradgangs organisieren.

Hohe Widerstandskraft

Warum der TV-Sender ausgerechnet den Manga-Autor Otomo als Protagonisten seiner Dokumentarfilme benutzt, ist im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen nicht sofort einleuchtend. Anscheinend will der Sender die Widerstandskraft der japanischen Hauptstadt gegen alle Zerstörung betonen.

Die einzigen frei verfügbaren Bilder von dieser NHK-Serie sind für Zuschauer außerhalb Japans leider gesperrt (Link zum Video hier). Offenbar plant der Sender, die Dokumentarfilme mit ihren beeindruckenden Bildern vom Wandel Tokios rechtzeitig zu den Olympischen Spielen im Ausland zu vermarkten.

Foto: Das neue Olympiastadion ist schon fast fertiggestellt (© Tokyo 2020)