Tokio (JAPANMARKT) – Dank steigender Ausgaben von Konsumenten und Unternehmen ist Japans Wirtschaft zwischen Oktober und Dezember wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Allerdings fiel die Erholung eher schwach aus.

Kleines Wachstum

Nach einem Rückgang um revidierte 0,7 Prozent (Jahresrate 2,6 Prozent) im Vorquartal konnte die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt laut der ersten offiziellen Schätzung wieder um 0,3 Prozent (Jahresrate 1,4 Prozent) zulegen.

Dies war weniger als erwartet und bedeutete nur eine bescheidene Erholung, da der Einbruch des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zwischen Juli und September als Folge mehrerer Naturkatastrophen nicht wettgemacht wurde.

„Verlorenes“ Jahr?

DekaBank-Analyst Rudolf Besch sprach von einem „verlorenen Jahr“. Das Jahreswachstum von 0,7 Prozent basiere auf einem statistischen Überhang. Tatsächlich stehe das BIP Ende 2018 auf dem gleichen Niveau wie ein Jahr zuvor.

Die Binnennachfrage war die treibende Kraft bei der Rückkehr zum Wachstum. Der private Konsum mit rund 60 Prozent BIP-Anteil legte um 0,6 Prozent zu. Die Konsumenten gaben mehr für Auswärtsessen und Reisen aus.

Steigende Investitionen

Die Unternehmen steigerten ihre Kapitalausgaben um 2,4 Prozent. Allerdings wird dieser Wert aufgrund neuer Daten bei der zweiten Schätzung häufig deutlich korrigiert.

Japans Unternehmen investieren wegen des starken Arbeitskräftemangels vor allem in Automatisierung und verfügen dafür wegen rekordhoher Gewinne über genügend Kapital.

Sorgen bereiten jedoch die Exporte. Die Ausfuhren wuchsen zwar um 0,9 Prozent zum Vorquartal. Jedoch legten die Importe um 2,7 Prozent zu, so dass der Außenhandel die Wachstumsrate unterm Strich um 0,3 Punkte drückte.

Im laufenden Quartal erwarten Analysten fallende Exporte bei Elektronik und Technologie nach China als Folge der dortigen Konjunkturschwäche sowie der Unsicherheiten durch den Handelskonflikt mit den USA.

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