Tokio (JAPANMARKT) – Bis zu 30 Jahre dürfen Windkraftwerke in Japans Gewässern nun laufen. Das Gesetz vom November könnte dieser sauberen Energiequelle zum Durchbruch verhelfen.

Attraktive Subvention

Zu den neuen Interessenten am Bau von Offshore-Windkraftwerken gehört laut einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei neben dem Finanzierer Orix und dem Stromversorger Tepco auch Deutschlands größtes Elektrizitätsunternehmen E.ON.

Dank großzügiger Subventionen floss das meiste Kapital seit dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz in die Solarkraft. Aber die Zuschüsse für Solarstrom wurden seit dem Start im Jahr 2012 ungefähr halbiert, so dass weniger neue Anlagen geplant werden.

Für eine Kilowattstunde Offshore-Windstrom steht der garantierte Einspeisepreis unverändert bei 36 Yen, doppelt so viel wie für die gleiche Menge Solarstrom. Für auf dem Land erzeugten Windstrom gibt es nur 20 Yen. Zudem leisten dort Anwohner wegen des Rotorenlärms auch häufig Widerstand gegen das Aufstellen der Turbinen.

Kommt E.ON im Sommer?

Nach Informationen von Nikkei plant E.ON bereits im Sommer die Gründung einer japanischen Gesellschaft und will mit japanischen Stromversorgern sowohl auf dem Meer als auch auf dem Land Windkraftanlagen bauen. E.ON hat in Europa bereits Erfahrungen mit der Entwicklung von Windparks mit einer Gesamtkapazität von 1,8 Gigawatt gesammelt.

Laut dem Nikkei-Bericht wird Orix einen Windpark für 100 Milliarden Yen (800 Millionen Euro) vor der Küste von Chiba finanzieren. Ab 2025 sollen 20 Großturbinen 200 Megawatt Strom für 170.000 Haushalte liefern. Tepco will sich mit dem dänischen Windparkbetreiber Orsted zusammentun.

Aufholjagd in Sicht

Eine attraktive Turbine für solche Windkraftwerke wird derzeit von einem Gemeinschaftsunternehmen der dänischen Vestas Wind Systems und Mitsubishi Heavy Industries entwickelt. Mit zehn Megawatt wäre die Turbine eine der größten der Welt. Siemens arbeitet an einer 10-Megawatt-Turbine, General Electric hat sogar eine 12-Megawatt-Turbine gezeigt.

Trotz großen Potenzials hinkt Japan bei der Windkraft international weit hinterher. Die Anlagen erzeugen nur ein Prozent des Stroms, während es in Deutschland rund zehn Prozent sind. Ein Grund ist das oft steil abfallende Küstenschelf, so dass die Turbinen nicht am Boden festgemacht werden können. Dadurch ist Windstrom in Japan bis zu 60 Prozent teurer als in Europa.

Foto: Windturbine (Wikipedia CC BY 4.0)