Tokio (JAPANMARKT) – MBK Partners aus Südkorea hat das Japan-Geschäft der belgischen Edelschokoladenmarke Godvia für über eine Milliarde Dollar gekauft. Damit gewann die Beteiligungsgesellschaft einen harten Bieterwettbewerb.

Starkes Interesse

Rund ein Dutzend Bewerber wollte die Asien-Operation von Godiva erwerben. Mehr als 90 Prozent davon werden in Japan generiert. Außerdem gehören Ableger in Südkorea und Ozeanien dazu. Laut dem Finanzdienst Bloomberg setzt Godiva in Japan rund 350 Millionen Dollar um. Damit läge der Kaufpreis um das Dreifache höher. Ein solcher Faktor gilt unter Analysten als hoch. Immerhin erhält der Käufer noch eine Fabrik in Belgien dazu.

Die Zahl der Bieter war groß, weil Godiva Japan die Einnahmen unter CEO Jerome Chouchan in fünf Jahren mehr als verdoppeln und mit einem Anteil von 26 Prozent bei Geschenkschokolade zum Marktführer in Japan aufsteigen konnte.

Zugleich hat der Besitzer der Marke Godiva, die türkische Yildiz Holding, ungeachtet der eigenen Finanzprobleme ehrgeizige Expansionspläne für die Marke. In den nächsten sechs Jahren will Yildiz mit Hilfe von 2.000 eigenen Godiva-Cafés den Umsatz verfünffachen. Das erste Café öffnet im Frühjahr in New York.

Auswahl wegen Marktkenntnis

Infolge des Wertverfalls der türkischen Lira musste Yildiz kürzlich hohe Auslandschulden restrukturieren. In diesem Zusammenhang wurde mit Godiva Japan der wertvollste Teil der Marke verkauft, um einige Schulden zurückzahlen. Ein weiterer Teil der Einnahmen soll in die globale Expansion der Marke fließen.

Die südkoreanische Beteiligungsgesellschaft MBK Partners wurde laut Financial Times ausgewählt, weil ihre Manager die Märkte in Japan und Südkorea am besten kennen. Hinter MBK stehen ehemalige Manager des US-Beteiligungsfonds Carlyle.

Foto: Produkte von Godiva Japan (Max Pixel CC0)