Tokio (JAPANMARKT) – Heute vor zwanzig Jahren konnten die Nutzer von Japans größtem Mobilfunkbetreiber NTT Docomo erstmals kleine Bildchen in ihren Textnachrichten versenden. Dies wurde über den Datendienst i-mode ermöglicht.

Gefühlige Bildzeichen

Statt SMS verschickten die Nutzer von i-mode ihre Textnachrichten als Daten. Damals suchte NTT Docomo nach Wegen, das Vertrauen in die digitale Kommunikation zu stärken. Daraus entstand die Idee, Piktogramme für Gefühle und Stimmungen zu entwerfen und sie den Nutzern als Set zur Verfügung zu stellen.

Der Erfinder dieser ersten „Emoji“ – „Bild-Muster-Zeichen“ auf Japanisch – wundert sich bis heute über den globalen Siegeszug. Er habe einfach etwas erfunden, was er selbst gerne haben wollte, sagte Shigetaka Kurita, damals Mitarbeiter von NTT Docomo, vor rund zwei Jahren der Nachrichtenagentur afp.

Weltweite Popularität

Kurita versuchte zunächst, Wettervorhersagen auf den kleinen Bildschirmen der Mobiltelefone darzustellen. Dafür schrieb er die Codes für Bilder mit Sonnenschein und Regenschirm. Dann fiel Kurita ein, dass sich mit Bildsymbolen nonverbale Signale wie Mimik, Gestik und Tonfall ersetzen und so Missverständnisse durch den reinen Text vermeiden ließen.

Ursprünglich entwarf der Japaner 176 kleine Bildchen, die Ende 2016 sogar im New Yorker Museum of Modern Art gezeigt wurden (siehe Foto). 2010 war die Zahl der Emojis, die sich in Unicode schreiben lassen, bereits auf 700 angewachsen. Heute umfasst der Emoji-Katalog des Standardisierungsgremiums in der aktuellen Version 3019 verschiedene Emojis in zehn Kategorien. Tendenz: steigend.

Foto: NTT Data