Tokio (JAPANMARKT) – Das japanische Kultgetränk Calpis feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Die erste Werbekampagne ist jetzt angelaufen.

Verdünnter Joghurt?

Der Geschmack von Calpis ist speziell: Auf den ersten Schluck könnte man es als mit Wasser verdünnten Joghurt bezeichnen. Das ist nicht ganz falsch, weil Calpis ein Milchlaktat ist und auf einer Fermentierung mit Milchsäurebakterien und Hefe basiert.

Der Gründer des Herstellers, Kaiun Mishima, lernte 1904 bei einer Reise durch die Innere Mongolei, eine Provinz im Norden von China, das Getränk Airag – im übrigen Zentralasien Kumis genannt – kennen. Dabei handelt es sich um Stutenmilch, die mit Milchsäurebakterien und Hefe vergärt wird.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat entwickelte Mishima nach diesem Vorbild ein wohlschmeckendes Getränk. Verantwortlich für die besondere Note ist Milchsäure, die von Laktobazillen hergestellt wird. Nach dem Verkaufsstart am 7. Juli 1919 wurde Calpis in Japan schnell populär, weil es nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden musste.

Kunstwort „Calpis“

Bis heute wird es in Japan vor allem als Konzentrat verkauft. Man fügt einem Teil Calpis vier Teile Wasser oder Milch hinzu. Man kann es auch im Supermarkt oder aus dem Automaten mit Wasser verdünnt (Calpis Water) oder mit Kohlensäure versetzt (Calpis Soda) kaufen. Kinder mögen es, aber es lässt sich auch in alkoholischen Cocktails genießen.

Der Namen „Calpis“ ist ein Kunstwort aus Calcium – das soll vor allem Gesundheit signalisieren – und Sarpis, einer der fünf buddhistischen Geschmacksrichtungen von Milchprodukten, nämlich der Buttergeschmack. Außerhalb von Japan wird es oft als „Calpico“ vermarktet, weil die zweite Silbe in einigen Sprachen unangenehme Assoziationen erzeugt.

Das Unternehmen Calpis gehörte bis 2012 zum japanischen Nahrungskonzern Ajinomoto, der als Hersteller von Sojasoße weltweit bekannt ist. Dann wurde es von der Asahi-Gruppe für 120 Milliarden Yen (knapp 1 Milliarde Euro) gekauft. Dadurch stieg der Bierriese zu Japans drittgrößtem Hersteller von nichtalkoholischen Getränken hinter Coca-Cola Japan und Suntory auf.

Foto: Calpis wird außerhalb von Japan als Calpico verkauft (flickr/camknows CC BY-NC-SA 2.0)