Tokio (JAPANMARKT) – Die Universität Tokio, Japans führende staatliche Universität, treibt ihre Internationalisierung voran. Dafür hat sie ein eigenes Institut gegründet.

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Das Tokyo College soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern und führende Wissenschaftler, junge Forscher und öffentliche Intellektuelle aus der ganzen Welt zusammenzubringen. Das Tokyo College zielt gemäß der Universität Tokio darauf ab, neues Wissen zu generieren, um zur Schaffung einer integrativen Gesellschaft beizutragen und ein tieferes öffentliches Engagement mit der Universität zu fördern.

In den vergangenen Jahren haben Japans Universitäten an internationaler Bedeutung verloren, zumindest, wenn man dies an ihren gesunkenen Positionen in internationalen Rankings für akademische Institutionen misst. Daher bemühen sich die führenden Institute um mehr ausländische Lehrkräfte und Studenten und um ausländische Forschungsgelder. Das Tokyo College bildet einen neuen Ansatz in dieser Auslandsoffensive.

Plattform für Wissensschaffung

Es entstand auf eine Initiative des Universitätspräsidenten unter der Leitung von Professor Masashi Haneda, einem Historiker und Ex- Executive Vice President des Institute for Advanced Studies on Asia und. Ehrendirektor ist Professor Sir Anthony Leggett, der einer der Empfänger des Nobelpreises 2003 für bahnbrechende Beiträge zur Theorie der Supraleiter und Supraleiter ist.

„Unsere Universitätscharta fordert von uns, dass wir uns bemühen, ein globales Zentrum für die Schaffung von Wissen zu werden“, sagte UTokyo-Präsident Makoto Gonokami. „Diese neue Initiative wird führenden Forschern und Intellektuellen die Freiheit geben, sich auf ihre Forschung zu konzentrieren und die Grenzen des menschlichen Wissens zu erweitern.

„Das Tokyo College wird führende Forscher und Intellektuelle aus allen Teilen der Welt zusammenbringen, um eine Vision davon zu entwickeln, was die Welt sein könnte, und einen Weg zur Verwirklichung dieser Vision ausarbeiten“, sagte Professor Haneda anlässlich der Einweihung. Neue Ideen sollten sich in der Universität verbreiten und über den Campus hinaus geteilt werden.

Zukunftsforschung bis 2050

Weitere Mitglieder des Tokyo College werden die emeritierten Professoren Takaaki Kajita (Nobelpreis für Physik 2015) und Yoshinori Tokura (Träger mehrerer internationaler Forschungspreise) sein. Aus den Reihen der weltweit führenden Forscher und Intellektuellen werden Stipendiaten eingeladen, um die interdisziplinäre Diskussion und Zusammenarbeit anzuregen.

Das Tokyo College wird sich auf „The Earth and Human Society in 2050“ konzentrieren. Als vier Schwerpunkte nannte die Universität die „digitale Revolution und Zukunft der Menschheit, die Bewältigung der planetarischen Grenzen durch interdisziplinäre Ansätze, Japan von innen und außen betrachtet sowie Weltphilosophie, Weltgeschichte und Weltliteratur im Jahr 2050.

Das Tokyo College wird unter dem Dach des Institutes of Advanced Study (UTIAS) angesiedelt sein, einer Dachorganisation, zu der bereits das Kavli Institute for the Physics and Mathematics of the Universe (Kavli IPMU), das International Research Center for Neurointelligence (IRCN) und das Integrated Research System for Sustainability Science (IR3S) gehören.

Foto: © Tokyo College / Universität Tokyo