Tokio (JAPANMARKT) – Die Norinchukin Bank hat ein großes Portfolio an verbrieften Unternehmenskrediten aufgebaut. Das beunruhigt Japans Finanzaufsicht.

Neue Vorschriften

Nach Berichten in westlichen Wirtschaftszeitungen ist der Bestand von Collaterized Loan Obligations (CLOs) bei der Norinchukin Bank im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Deswegen habe die Finanzaufsicht das Institut geprüft und erlasse im März neue Vorschriften für Wertpapierverbriefungen.

Eigentlich ist die Norinchukin Bank, in Japan meist „Nochu“ abgekürzt, die Bank der Agrarkooperativen. Ihre Einlagen von Bauern und Fischern belaufen sich auf 69,4 Billionen Yen (551 Milliarden Euro). Doch wie alle Banken in Japan verdient Nochu mit Krediten so wenig Geld, dass man gerne in strukturierte Kreditprodukte investiert.

Früher bevorzugte man verbriefte Subprime-Hypothekenkredite. Während der Finanzkrise musste Nochu daher von ihren Kooperativen mit 1,9 Billionen Yen (15 Milliarden Euro) gerettet werden. Diese negative Erfahrung hat die Norinchukin-Manager nicht davon abgehalten, sich bis zur Halskrause mit CLOs einzudecken.

Höchste Bonität

In den neun Monaten bis Ende 2018 ist dieser Bilanzposten um 80 Prozent auf 6,8 Billionen Yen (54,6 Milliarden Euro) gewachsen. Damit ist laut den Presseberichten das Nochu-Portfolio größer als das von Wells Fargo und JPMorgan Chase zusammen, den US-Banken mit den höchsten CLO-Beständen.

Bei der Befragung durch die Finanzaufsicht konnte Norinchukin darauf verweisen, dass sie ausschließlich CLOs mit einer höchste Bonität AAA kauft. Die Rendite dieser Papiere ist zwar nicht besonders hoch, aber verglichen mit japanischen Staatsanleihen und den Margen der Kredite noch lukrativ genug.

Foto: Hauptgebäude der Nochu-Bank (© Norinchukin Bank)