Tokio (JAPANMARKT) – Die Heuschnupfen-Saison in Japan begann dieses Jahr früher und ist zugleich so intensiv wie lange nicht mehr. Doch die geplagten Allergiker können sich neue Hoffnungen machen.

Jährlicher Heuschnupfen

Wenn der Frühling in Japan naht, dann blühen auch die Zedernbäume. Gegen ihre Pollen sind geschätzte 20 Millionen Japaner allergisch. Dann läuft die Nase, die Lunge ächzt, der Hals wird dick, die Augen tränen.

In diesem Jahr begann die Saison zwei Wochen früher als üblich. Zugleich gibt es viel mehr Pollen. So werden in Tokio 4,3 Mal so viele Pollen wie üblich erwartet. In der ländlichen Präfektur Gunma sollen es sogar fast sieben Mal so viel wie normal werden.

Hausgemachtes Problem

Das Problem ist hausgemacht. Nach dem Krieg wurden massiv Zedern gepflanzt. Die schnell wachsenden Bäume sollten Holz für den Wiederaufbau liefern. Aber als die Bäume schließlich groß genug waren, wurde das billige Importholz verwandt.

Eine Lösung lautet Abwarten: Die (männlichen) Zedern stoßen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren die meisten Pollen aus. In einigen Jahren wird die Pollenmenge also auf natürliche Weise abnehmen und die Allergiker werden automatisch weniger belastet.

Wissenschaftliche Antworten

Seit Jahrzehnten arbeiten auch Wissenschaftler an immer neuen Lösungen. Die jüngsten Ideen: Ein Professor der Tokioter Universität für Agrarwirtschaft hat ein fetthaltiges Wasser entwickelt, das im Herbst aus dem Hubschrauber versprüht wird. Davon sterben die männlichen Blüten ab, so dass die Pollenmenge um 90 Prozent sinken würde.

Eine andere Idee kam dem halbstaatlichen Forschungsinstitut für Wald und Waldprodukte. Seine Forscher setzen auf eine Schimmelpilzart, die ebenfalls als Spray verteilt die Pollenmenge um mehr als 80 Prozent verringern kann. Die Methode wäre relativ billig und wirkt unmittelbar.

Einstweilen werden die Allergiker mit einer Vielzahl von Produkten umworben. Da ist die besonders angenehm zu tragende „Pitta Maske“ oder eine Maske, die mit Hilfe von Silberionen beim Kontakt mit Pollen Wasser produziert. Oder ein Lippenstift mit einem luftreinigenden Pinienextrakt, der auf die Maske aufgetragen wird.

Foto: Zedernpollen in Japan (flickr/Tam Tam CC BY-SA 2.0)