Tokio (JAPANMARKT) – Die Finanzgruppe Mizuho, Branchenzweite nach Bilanzsumme, überrascht mit einer Gewinnwarnung aus heiterem Himmel. Auch bei ausländischen Anleihen hat man sich verschätzt.

Milliarden an Belastung

Wegen einer Sonderbelastung von 680 Milliarden Yen (5,4 Milliarden Euro) hat die Mizuho Financial Group ihre Gewinnprognose für das auslaufende Geschäftsjahr drastisch gesenkt. Statt 570 Milliarden Yen erwartet die japanische Finanzgruppe im Geschäftsjahr 2018/9, das am 31. März zu Ende geht, nur noch einen Ertrag von netto 80 Milliarden Yen (635 Mill. Euro). Das sind 88 Prozent weniger als bisher vorhergesagt. Daraufhin verzichtete CEO Tatsufumi Sakai auf alle Boni.

Von den Abschreibungen gehen 150 Milliarden Yen auf das Konto von „negativen Überträgen“ für Auslandsanleihen. Das dürfte sich darauf beziehen, dass die Finanzierungskosten von US-Staatsanleihen höher als die Erträge waren. Japanische Banken haben auf der Suche nach höheren Renditen verstärkt in Auslandsanleihen investiert. Schon im Geschäftsjahr 2017 hatte Mizuho in diesem Bereich die höchsten Verluste der drei Megabanken in Japan verzeichnet. Außerdem will Mizuho Terminkontrakte angemessener bewerten.

Sparprogramm aufgelegt

Die Gewinnwarnung spiegelt einerseits die allgemeine Belastung von Japans Banken durch die Niedrigzinspolitik der Notenbank wider. Koji Fujiwara, CEO der Mizuho Bank, also der Geschäftsbank der Finanzgruppe, hatte die Bank of Japan gerade erst zum Überdenken ihres Inflationsziels von 2 Prozent aufgefordert.

Andererseits steht die Finanzgruppe Mizuho schon länger auf schwachen Beinen. Schon vor mehr als einem Jahr kündigte sie einen drastischen Stellenabbau an. Bis 2027 soll die Zahl der Mitarbeiter um 19.000 schrumpfen. Das entspricht einem Viertel der aktuell Beschäftigten. Dies will die Finanzgruppe vor allem durch verringerte Neueinstellungen erreichen. Die Zahl der Standorte soll bis 2025 um ein Fünftel auf 400 sinken.

Foto: Hinweis auf Mizuho-Geldautomaten (flickr/Can Pac Swire CC BY-NC 2.0)