Tokio (JAPANMARKT) – Japans Wirtschaftsleistung ist im Schlussquartal 2018 stärker gewachsen als zunächst geschätzt. Im neuen Jahr zeichnet sich bisher keine kräftige Erholung ab.

Höheres Wachstum

Vor allem aufgrund höherer Kapitalausgaben hat Japans Volkswirtschaft im Schlussquartal 2018 mehr zulegt als bisher kalkuliert. Laut der neuen Schätzung ist das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum Oktober bis Dezember um 0,5 Prozent zum Vorquartal bzw. aufs Jahr hochgerechnet um 1,9 Prozent gewachsen. Die erste Schätzung hatte ein Wachstum von 0,3 Prozent bzw. eine Jahresrate von 1,4 Prozent ergeben.

Nun wurde der Zuwachs bei den Kapitalausgaben um 0,3 Punkte auf 2,7 Prozent erhöht. Statt eines Rückgangs um 0,2 Prozent gehen die Statistiker zudem von unveränderten Lagerbeständen aus. Jedoch legte der private Konsum nur um 0,4 Prozent statt um 0,6 Prozent zum Vorquartal zu. Zugleich fielen die öffentlichen Investitionen mit 1,2 Prozent um 0,5 Punkte schwächer aus.

Unterm Strich bedeutet dies, dass Japans Volkswirtschaft den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im Vierteljahr zwischen Juli und September um 0,7 Prozent zum Vorquartal (Jahresrate 2,6 Prozent) infolge mehrerer Naturkatastrophen bisher nicht wettgemacht hat. Auch 2019 dürfte dies vorerst nicht gelingen. Darauf deuten die fallenden Gewinne der Unternehmen.

Steigender Konsum

Der am Donnerstag veröffentlichte führende Konjunkturindikator für Japan, der wichtige Daten wie die Industrieproduktion integriert, war im Januar um 2,7 Punkte auf 97,9 den dritten Monat in Folge gesunken. Das war der niedrigste Wert seit Juni 2013. Darauf stufte das Kabinettsbüro die wirtschaftliche Lage schlechter ein. Statt von einer „Schwächung“ spricht die Regierung nun von einem „Signal für einen möglichen Wendepunkt“.

Aber weiteres Wachstum im laufenden Quartal scheint durchaus möglich, aber vielleicht wenig als erhofft. Die Analysten von Morgan Stanley MUFG reduzierten ihre Wachstumsprognose für das erste Quartal jedenfalls um 0,5 Punkte auf 0,3 Prozent. Zuvor hatte die OECD ihren Ausblick auf Japans Wachstum für 2019 um 0,2 Punkte auf 0,8 Prozent reduziert.

Aber die japanische Wirtschaft ist immer für Überraschungen gut. Entgegen den negativen Erwartungen stiegen die realen Haushaltsausgaben im Januar um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr den zweiten Monat in Folge. Zugleich wuchsen die realen Einkommen von Haushalten mit Erwerbstätigen um 3,6 Prozent zum Vorjahr den dritten Monat hintereinander.

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