Tokio (JAPANMARKT) – Die Übernahme der Bourbon-Brennerei Beam durch die japanische Suntory Holdings trägt nach fünf Jahren unerwartete Früchte: Ein Bourbon aus Kentucky mit japanischem Finish.

Zweck der Übernahme

Viele japanische Übernahmen im Ausland sind als Investment gedacht. Sie sollen dem neuen Besitzer Dividenden einbringen, die Gewinnmargen sind höher als in Japan. Aber in vielen Fällen wollen die Käufer auch Synergien erzielen, etwa durch die Nutzung des erworbenen Vertriebsnetzes für eigene Produkte.

Anlässlich des Kaufes von Beam, dem Hersteller der Bourbon-Marke Jim Beam, erklärte Suntory-Präsident Takeshi Niinami im Jahr 2014, man wolle gemeinsam neue Produkte entwickeln. Tatsächlich kam es ab 2015 zu einem regen Austausch zwischen Mitarbeitern der Brennereien in Osaka und Kentucky.

Interkulturelle Annäherung

Das erste Ergebnis dieser interkulturellen Annäherung war ein Gin mit japanischen Geschmacksnoten. Das Produkt „Roku“ (Sechs) kam 2017 auf den Markt (JAPANMARKT.de berichtete). Im vergangenen Jahr folgte der Wodka „Haku“ (Acht). Beide Produkte waren in Japan sehr erfolgreich.

Die jüngste Frucht dieser japanisch-amerikanischen Kollaboration ist ein Bourbon mit japanischer Note. Dafür haben sich die Chefblender von Beam und Suntory, Fred Noe und Shinji Fukuyo, in jahrelanger Feinarbeit zusammengetan.

Die beiden Chef-Blender hatten sich bei ihren ersten Treffen gut verstanden und verabredeten bald die Schaffung eines Bourbons mit japanischem Einschlag. Noe ist Chef-Blender in siebter Generation, Fukuyo ist erst der fünfte Chef-Blender in der 95-jährigen Geschichte von Suntory.

Bourbon „Legent“ startet

Eine Bourbon-Mischung von Beam wurde in japanischem Whisky-Stil erstmals in Ex-Fässern für Oloroso Sherry und kalifornischen Rotwein gelagert. Bis das Ergebnis beide Experten zufriedenstellte, dauerte es jedoch mehrere Jahre. Nun ist der Edel-Bourbon „Legent“ auf den US-Markt gekommen.

Beworben wird dieses Getränk im Internet und auf der Flasche mit der Kooperation der Chef-Blender. Mit knapp 35 Dollar ist dieser Bourbon weit teuer als ein regulärer Jim Beam, der normalerweise rund 20 Dollar kostet. In Japan soll „Legent“ vorerst nicht verkauft werden. Dabei gäbe es auch dort durchaus Durst auf guten Bourbon.

Foto: Suntory