Tokio (JAPANMARKT) – Junge Japaner verlassen den ländlichen Raum und ziehen in die Metropolen. Eine neue Technologie soll den Exodus bremsen.

Mittel gegen Landflucht

Die Konzentration auf den Großraum Tokio mit rund 38 Millionen Einwohnern schafft viele Probleme. Ein Start-up-Unternehmen hat jetzt eine Lösung entwickelt, die Stadt und Land im wahren Wortsinn miteinander verbinden soll.

Das Jungunternehmen Tonari – das japanische Wort für Nachbar – erzeugt mit Hilfe einer Videowand den Eindruck, als ob zwei eigentlich weit auseinander liegende Zimmer einen einzigen Raum bilden. So entsteht ein virtuelles gemeinsames Büro.

Die Zuschaltung einzelner Personen in einen anderen Raum über einen einzelnen Bildschirm ist die bisherige, eher unbefriedigende Lösung. Das Ganze gleicht einfachen Konferenzsystemen, wie sie von Microsoft oder Teamviewer angeboten werden.

Illusion einer Verbindung

Aber die Ingenieure von Tonari wollen mit Hilfe von hochaufgelösten Bildern und Geräuschen aus beiden Räumen die Illusion erschaffen, als ob die anderen Mitarbeiter nur wenige Meter weiter an ihren Schreibtischen sitzen. Auch eine Unterhaltung „durch“ die Videowand ist möglich.

Gemäß der Finanzzeitung Nikkei hat das Start-up auch einige weniger hochfliegende Pläne: Die Technologie soll auch dazu dienen, Patienten mit einem Arzt, Schüler mit ihrem Lehrer und sogar getrennte Partner virtuell zusammenzuführen.

Über den Erfolg wird entscheiden, ob die entwickelte Technologie tatsächlich in der Lage ist, das Gefühl des Zusammenseins ausreichend zu erzeugen. Wegen der hochaufgelösten Bilder sind dafür sehr schnelle und stabile Datenverbindungen notwendig.

Foto: © Tonari