Tokio (JAPANMARKT) – Japans Mini-Supermärkte könnten sich von der gewohnten Öffnung rund um die Uhr verabschieden. Über eine Ursache wird wenig gesprochen.

Von 7 bis 23 Uhr

Seit Mitte März testet Seven-Eleven, Japans größter Betreiber von Konbini (japanische Abkürzung für Convenience Store), mit zehn Geschäften eine Öffnungszeit zwischen 7 Uhr morgens und 11 Uhr abends. Die neuen Zeiten orientieren sich am Namen der Supermarktkette, die ihre Ursprünge in den USA hat.

Seven-Eleven betreibt Konbini an über 20.000 Standorten in Japan. 98 Prozent werden auf Franchise-Basis betrieben. Laut Vertrag müssen die Franchise-Nehmer ihr Geschäft 24 Stunden offenhalten. Einem Partner aus Osaka, der seinen Laden zwischen 1 und 6 Uhr nachts schließt, droht derzeit eine Vertragsstrafe von 17 Millionen Yen.

Mangel an Arbeitskräften

Die Berichterstattung konzentriert sich darauf, dass die Ladenbetreiber unter dem Mangel an Arbeitskräften leiden. Deswegen lasse sich das 24-Stunden-Modell nicht mehr durchhalten. Der eigentliche Grund liegt woanders: Die Franchise-Partner finden keine Mitarbeiter, weil ihr Einkommen aus dem Ladenbetrieb so gering ist, dass nicht ausreichend hohe Löhne zahlen können.

Das hier der Hase im Pfeffer liegt, erkennt man daran, dass die Kettenbetreiber bevorzugt Ehepaare als Franchise-Nehmer auswählen. In den Modellrechnungen für das Franchise-Geschäft wird davon ausgegangen, dass die Partner selbst im Laden stehen und auch die meist wenig umsatzträchtige Nachtschicht übernehmen (mehr dazu hier).

Manko Niedriglohn

Bei dem Konbini in Osaka ging die Rechnung nicht mehr auf: Die Ehefrau war gestorben, so dass der Witwer die Nachtschicht nicht mehr aus den Reihen der Familie besetzen konnte. Aber Geld für externe Arbeitskräfte hatte er auch nicht. Also schloss er seinen Laden – und soll dafür jetzt büßen. Für eine Erleichterung kämpft auch der Verband der Franchise-Nehmer.

Nun müssen Seven-Eleven, Lawson, FamilyMart und andere Ketten das 24-Stunden-Modell entweder aufgeben oder ihre Franchise-Partner bei den höheren Löhnen unterstützen. Im Moment scheinen sie eher die erste Lösung zu bevorzugen. Zugleich hoffen sie, dass die Löhne niedrig bleiben, da ab April auch Ausländer mit den neuen Arbeitsvisa im Konbini arbeiten dürfen.

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