Tokio (JAPANMARKT) – Die japanische Notenbank will ihr Inflationsziel von zwei Prozent nicht ändern. Damit bleibt Gouverneur Haruhiko Kuroda auf anderem Kurs als Finanzminister Taro Aso.

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Bei ihrem monatlichen Treffen am Donnerstag und Freitag fassten die Währungshüter die Stellschrauben der Geldpolitik nicht an. Der kurzfristige Zinssatz für bestimmte Einlagen der Geschäftsbanken bleibt auf minus 0,1 Prozent. Bankchef Kuroda bat wegen des Inflationsziels um Geduld. Doch diese ultraexpansive Geldpolitik trägt keine Früchte.

Die Verbraucherpreise stiegen im Januar nur um 0,8 Prozent zum Vorjahr, wenn man die Kosten für frische Nahrungsmittel herausrechnete. Zu dem schwachen Preisauftrieb meinte Premier Shinzo Abe kürzlich, dies könne nicht so dauernd weitergehen. Nach japanischen Presseberichten erklärte Finanzminister Aso, eine Fixierung auf zwei Prozent könne schiefgehen.

Handelsstreit als Faktor

Die Zentralbank hält an ihrer Geldpolitik fest, da sie pessimistischer auf die Konjunktur blickt. Die weltweite Abschwächung des Wachstums wirke sich auch auf die japanischen Unternehmen aus. Offenbar glaube die Notenbank daran, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China ein signifikanter Belastungsfaktor sei, schrieb Tobias Basse, Japan-Analyst der NordLB.

Mit einer Einigung zwischen Washington und Peking könnte sich der Handlungsdruck auf die Bank of Japan wieder verringern. Darauf scheine Notenbankchef Kuroda offenkundig auch zu hoffen, erklärte Basse. Denn in diesem Fall würden sich auch die ökonomischen Probleme Japans hinreichend verringern.

Foto: Supermarkt in Japan (flickr/Danny Cho CC BY-SA 2.0