Tokio (JAPANMARKT) – Japan modernisiert und schneidet auch alte Zöpfe ab, um sich für die Olympischen Spiele herauszuputzen. Das jüngste Beispiel liefern die Shinkansen-Züge.

Fahrkarte als Bild

Bisher kann man Fahrkarten für die japanischen Superschnellzüge zwar online bestellen. Anschließend muss man das Ticket aber immer noch an einem Schalter ausdrucken lassen. Das liegt an den Zugangssperren der Bahnhöfe, die nur für das Lesen von Fahrkarten auf Papier ausgelegt sind.

Auf den Strecken von JR Central (Tokai) funktionieren auch spezielle Smart Cards, die an den Sperren kontaktlos gelesen und über eine verbundene Kreditkarte abgerechnet werden. Aber Touristen können diese Smart Cards nicht einfach bekommen. Für sie wären papierlose Fahrkarten besser geeignet, die sich von Bildschirmen lesen lassen.

Nach dem Vorbild des Flugverkehrs will JR Tokai, die die Hauptstrecke zwischen Tokio und Osaka betreibt, nun an den Bahnhofssperren solche Lesegeräte für Fahrkarten mit QR-Codes installieren. Ob dies vor den Olympischen Spielen 2020 gelingt, ist laut einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei noch unklar.

Mehr Englisch im Zug

Aber der Öffnungstrend ist nicht zu übersehen. So werden die Shinkansen-Betreiber bis Olympia kostenlose WLAN-Zugänge in fast allen Zügen anbieten. Seit Dezember erhöhen die Bahngesellschaften auch die Zahl und den Umfang von englischen Durchsagen in den Superschnellzügen.

Bisher wurden nur die nächsten Bahnhöfe angekündigt und die eingestiegenen Passagiere mit automatischen Durchsagen begrüßt. Weitere Informationen kommen nun live von den Zugbegleitern, leicht zu erkennen am japanischen Akzent, der mal weniger und mal mehr stark ausfällt.

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