Tokio (JAPANMARKT) – Der Betreiber der Börsen in Tokio und Osaka will den Topix stärker in Richtung Blue Chips umbauen. Das soll japanische Aktien weltweit wettbewerbsfähiger machen.

Topix vor Nikkei

Der Topix umfasst alle Unternehmen der ersten Sektion der Tokioter Börse. Nun soll die für eine Mitgliedschaft erforderliche Marktkapitalisierung von 2 Milliarden Yen auf 25 Milliarden Yen (198 Millionen Euro) angehoben werden. Dadurch würde die Zahl der Topix-Mitglieder von mehr als 2.100 um rund 30 Prozent auf rund 1.500 schrumpfen.

Zugleich will der Börsenbetreiber, die Japan Exchange Group, mittelgroße und junge Unternehmen, die sich bislang auf die zweite Sektion der Tokioter Börse sowie die Segmente Jasdaq und Mothers verteilen, auf zwei neue Gruppen für aufstrebende und Standard-Unternehmen verteilen.

Berichte auf Englisch

Das ehrgeizige Vorhaben ist gemäß Finanzzeitung „Nikkei“ noch nicht beschlossen, wird aber beim nächsten Treffen des Financial System Council vorgestellt. Das Gremium berät Premier Shinzo Abe und nimmt den Plan in die Überarbeitung der offiziellen Wachstumsstrategie im Juni auf. Dabei geht es dem Börsenbetreiber vor allem darum, die internationale Wettbewerbsfähigkeit von japanischen Blue Chips zu erhöhen.

Der Topix dient vielen Auslandsinvestoren als Japan-Benchmark. Den Nikkei 225 meiden sie, weil der Index wie der Dow Jones preisgewichtet ist. Allein die fünf schwersten Titel machen bereits 23 Prozent des Nikkei aus. Aber auch der Topix gilt als intransparent. Als Gegenmaßnahme sollen die Unternehmen im neuen Topix alle Quartalszahlen auf Englisch veröffentlichen. Bisher betreibt nur etwas mehr als ein Drittel der Topix-Mitglieder diesen Aufwand.

Foto: Tokioter Börse (flickr/Dick Thomas Johnson CC BY 2.0)