Tokio (JAPANMARKT) – Japanischen Presseberichten zufolge wird Sadayuki Sakakibara künftig die Sitzungen des Verwaltungsrats von Nissan leiten. Der Chefposten selbst bleibt unbesetzt.

Leiter der Sitzungen

Der 75-Jährige bringt gute Voraussetzungen mit: Er führte den Chemiekonzern Toray Industries, bekannt als Karbonfaser-Zulieferer von BMW und enger Partner des Textilkonzerns Fast Retailing, war Präsident des Arbeitgeberverbandes Keidanren und ist ein Golf-Partner von Premierminister Shinzo Abe.

Mit Nissan kennt sich Sakakibara auch gut aus: Seit Dezember leitet er das Reformkomitee für Corporate Governance, das nach der Festnahme des damaligen Chairman Carlos Ghosn eingesetzt wurde. Japans zweitgrößter Autobauer will seine Unternehmensführung nämlich verbessern.

Vorsitzender des Rats

Aber Sakakibara als Nissan-Leiter könnte auch ein Schachzug von Nissan-Chef Hiroto Saikawa sein. Der 65-jährige will verhindern, dass der früher von Ghosn besetzte Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden von dessen Nachfolger bei Renault, Jean-Dominique Senard, übernommen wird.

Als Zeichen des guten Willens hat Senard inzwischen darauf verzichtet, ohne ausdrücklich den Renault-Anspruch ganz aufzugeben. Jedoch könnte der Verzicht es Saikawa erleichtern, selbst in seinem bisherigen Amt zu bleiben. Die Entscheidungen fallen auf der Hauptversammlung von Nissan am 8. April.

Der Vorschlag, Sakakibara als Moderator des Verwaltungsrates einzusetzen, wäre eigentlich eine Aufgabe für das geplante Komitee zur Auswahl der Verwaltungsräte gewesen. Seine Einsetzung dürfte zu den Empfehlungen gehören, die das Governance-Komitee unter Leitung von Sakakibara am 27. März verkünden wird.

Foto: Nissan