Tokio (JAPANMARKT) – Neue Wolken am Konjunkturhimmel über Japan: Zwei Entwicklungen signalisierten mehr wirtschaftliche Schwäche.

Fabrikausstoß sinkt

Der Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe in Japan von Markit/Nikkei verharrte im März mit 48,9 auf dem Stand des Vormonats und blieb damit unter der Expansionsschwelle von 50. Zugleich fiel der Teilindex für die aktuelle Produktion von 47,4 auf 46,9 Punkte. Japanische Fabriken haben ihren Ausstoß damit so stark heruntergefahren wie seit fast drei Jahren nicht mehr.

Auch die Teuerungsrate ließ wieder nach. Im Februar stiegen die Preise in der Kernrate (ohne frische Lebensmittel) um 0,7 Prozent zum Vorjahr. Das waren 0,1 Punkte weniger als im Januar. Rechnet man die Energiekosten heraus, schrumpft die Rate auf 0,4 Prozent, genau so viel wie im Vormonat.

Weniger Lohnplus

Zwar erwarten die Analysten von Credit Suisse einen Preisanstieg im Vorfeld der Umsatzsteuererhöhung im Oktober. Aber die Schwächung der Konjunktur wird die Diskussion innerhalb der Notenbank über neu geldpolitische Maßnahmen anheizen, zumal auch an der Lohnfront der erhoffte Preisdruck ausbleiben dürfte.

Bei den traditionellen Frühjahrsverhandlungen blieben die Tarifangebote der großen Unternehmen hinter dem Vorjahr zurück.

Japans größtes Unternehmen Toyota will die Löhne im Schnitt um 10.700 Yen (85 Euro) erhöhen. Das sind 10.000 Yen weniger als im Vorjahr und 2.000 Yen weniger als von der Gewerkschaft gefordert. Die Unternehmen der Auto- und Elektronikindustrie begründen ihre Zurückhaltung damit, dass ihre Gewinne erstmals seit Jahren sinken.

Foto: Tokyo Tower (Pixabay CC0)