Tokio (JAPANMARKT) – Nach längerem Widerstand will Japans Regierung nun doch Mitfahrdienste fördern. Das soll den ländlichen Raum unterstützen.

Zulassung von Taxi-Apps

Bislang sind Mitfahrdienste und Fahrgemeinschaften verboten. Fahrer und Mitfahrer dürfen nicht zusammengebracht werden, außer es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr. Nun strebt Premierminister Shinzo Abe eine Deregulierung dieses Sektors an. Auch Taxiunternehmen sollen in das neue System einbezogen werden.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo werden die Details bis zum Sommer ausgehandelt und bis Anfang 2020 wird dem Parlament ein Gesetzentwurf vorgelegt. Nach dem Kabinettsbeschluss kam es zu einer Protestdemonstration von 400 Taxifahrern mit ihren Autos vor dem Wirtschaftsministerium METI.

Festlegung von Tarifen

Ein erster Schritt in diese neue Richtung wird bereits im April unternommen. Dann dürfen Taxiunternehmen ihren Tarif für eine Fahrt im Voraus festlegen. Dadurch will das Verkehrsministerium Smartphone-Apps zur Fahrtenvermittlung fördern. Der Fahrpreis wird bei der Buchung über die App veröffentlicht und ist verbindlich.

Davon haben die Taxibesteller den Vorteil, dass sie zu einem festen Preis fahren, egal ob das Taximeter in einem Stau weiterläuft oder nicht. Die festgelegten Tarife sollen auch gelten, wenn ein Nutzer das Taxi ohne Voranmeldung auf der Straße anhält. Solche vorgegebenen Tarife sind in Ländern mit Mitfahrdiensten wie Uber, Ola, Grab oder Didi Standard.

Die Kehrtwende der Regierung geschieht zum einen im Zusammenhang mit der wachsenden Schwierigkeiten, den dünn besiedelten ländlichen Raum mit Transportmöglichkeiten auszustatten. Zum anderen soll die neue Politik den Service für ausländische Besucher der Olympischen Spiele verbessern.

Foto: Taxi in Tokio (Wikipedia CC0)