Tokio (JAPANMARKT) – Japans größte Online-Einkaufsmeile Rakuten hat ihre hochgesteckten Ziele bisher nicht erreicht. Nun müssen neue Mitarbeiter programmieren lernen.

Pionier im E-Commerce

Rakuten war der Pionier des E-Commerce in Japan und mit über 100 Millionen registrierten Nutzern lange Zeit der Platzhirsch. Aber der Händler Amazon, die Flohmarkt-App Mercari und der Online-Textilverkäufer Zozo haben in den letzten Jahren mächtig aufgeholt.

Das Unternehmen von Gründer Hiroshi Mikitani mit 17.000 Mitarbeitern ist in rund 80 Sparten vom Finanzdienstleister bis zum Reisebüro expandiert und hat zahlreiche internationale Ableger aufbaut, auch in Deutschland. Derzeit bereitet Rakuten ein eigenes Mobilfunknetz in Japan vor.

Dabei entwickelte sich Rakuten zum am meisten internationalisierten Unternehmen in ganz Japan. Die Mehrheit der Ingenieure sind Ausländer. In der Tokioter Unternehmenszentrale wird Englisch gesprochen. Dafür mussten alle Mitarbeiter binnen zwei Jahren ausreichende Englischkenntnisse nachweisen.

Kenntnis vom Computer

Nun setzt Mikitani darauf, dass die neuen Beschäftigten auch Grundkenntnisse des Codierens erwerben. Seit dem Vorjahresjahrgang müssen selbst die Trainees für die Nicht-Technik-Bereiche einen sechsmonatigen Kurs in der Programmiersprache Java und dem Aufbau von Netzwerken absolvieren.

Die Idee von Mikitani wirkt überzeugend: Wer in einem Unternehmen arbeitet, das auf der Arbeit von Computern basiert, sollte wissen, wie die Maschinen funktionieren. Und wer weiß, wie Künstliche Intelligenz große Datenmengen verwertet, kann Geschäftsmodelle für die neue Zeit entwickeln.

Foto: Rakuten