Tokio (JAPANMARKT) – Der Getränkeriese Kirin hat mit dem Export von japanischem Wein nach Europa begonnen. Alle Beschränkungen sind seit dem 1. Februar aufgehoben.

Qualität statt Quantität

Zuerst testet Kirin in London, ob japanischer Wein in Europa eine Chance hat. Danach will man weitere europäische Länder als Absatzmärkte erschließen. Kirin setzt auf den speziellen Geschmack japanischer Weine, um sich in Europa zu positionieren, und will Preise um 20 Euro und darüber verlangen.

Dabei nutzt der Getränkehersteller das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der Europäischen Union. Der Import von alkoholischen Getränken ist nun zollfrei, die Japaner dürfen ihren Wein selbst zertifizieren.

Mit der Mercian Corp. und ihrer Marke „Chauteau Mercian“ besitzt Kirin den ältesten und größten Weinhersteller Japans, dessen Ursprünge ins Jahr 1877 reichen. Sieben Millionen Kisten jährlich werden davon bereits in Japan, den USA, Singapur und Hongkong verkauft. Nach Europa gehen zwei Sorten – Fuefuki Koshu Gris de Gris sowie Yamanashi Koshu.

Mehr Anbaufläche

Beide benutzen weiße Trauben der japanischen Sorte Koshu, die in Japan seit dem zwölften Jahrhundert kultiviert wird. Zu Wein werden diese Trauben seit mehr als hundert Jahren verarbeitet. Außerdem baut Mercian die rote Traube Muscat Bailey A an, die vor achtzig Jahren entwickelt wurde.

Der Hersteller ist dabei, seine Anbaufläche beinahe zu verdoppeln, um den Absatz steigern zu können. Denn die Japaner selbst werden mehr Wein konsumieren, weil durch den Freihandelsvertrag Importe aus Europa billiger werden. Zugleich wuchsen die japanischen Auslandsexporte 2017 um fast das Dreifache auf 493 Millionen Yen.

Foto: Koshu-Trauben in Yamanashi (Wikipedia CC BY 2.0)