Tokio (JAPANMARKT) – Yoshiharu Inaba, Chef des Roboterriesen Fanuc und einer von Japans erfolgreichsten Managern, zieht sich zurück. Aber ganz will er die Brücke seines Tankers nicht verlassen.

Langjähriger Chef

Der 70-Jährige übergibt die operative Führung von Fanuc, Japans weltgrößter Spezialist für die Automatisierung der Produktion, an den zwanzig Jahre jüngeren Präsidenten Kenji Yamaguchi, bleibt aber Chef des Verwaltungsrats. Er hatte die Präsidentschaft vor knapp 16 Jahren von seinem Vater, dem genialen Unternehmensgründer Seiuemon Inaba, übernommen und seit 2016 auch die Funktionen des Chief Executive Officers ausgeübt. Yamaguchi war bislang Chief Operating Officer, dieser Posten bleibt künftig unbesetzt.

Der Firmenname Fanuc ist das Akronym für „Fuji Automatic Numerical Control“ und verweist auf den Ursprung als Pionier bei der Entwicklung von NC-Steuerungen für Werkzeugmaschinen. Die weltweit installierten bald 4 Millionen CNC-Module brachten Fanuc den Beinamen „Microsoft der Maschinen“ ein.

Maschinen fürs iPhone

Unter dem Gründersohn stieg Fanuc zum wichtigsten Maschinenlieferanten für die Herstellung von Smartphones auf. Die extrem präzise aus einem Block Aluminium gefrästen Rahmen für Smartphones und Laptops ermöglichten es Apple bis heute, Premium-Preise zu verlangen. In der Folge verdoppelte sich die Marktkapitalisierung von Fanuc.

Den globalen Siegeszug führte Gründer Inaba auf die extreme Abschottung zurück. Roboterverkauf sei wie Krieg, daher ließ er Informationen zu Geschäften, Kunden und Maschinen hüten wie militärische Geheimnisse. Mails durften die Mitarbeiter nur von speziellen Terminals verschicken. Doch 2015 öffnete sein Sohn das Unternehmen nach außen, um Investoren und Presse für sich zu gewinnen – mit Erfolg.

Foto: Fanuc-Stand auf der Robotermesse in Tokio (© Martin Fritz)