Tokio (JAPANMARKT) – Das japanische Shoppingportal Rakuten gehörte zu den Gewinnern, als der US-Mitfahrvermittler Lyft am Freitag an die Börse ging. Damit zahlen sich die Tech-Investitionen von Rakuten aus. 

Tech-Investor

Japan-Anleger kennen die Softbank Group als einen der größten Tech-Investoren weltweit. Weniger bekannt ist, dass auch Rakuten eine eigene Investment-Sparte aufgebaut hat. Inzwischen besitzt das Unternehmen, das von Hiroshi Mikitani gegründet wurde, Beteiligungen an mehr als 40 Tech-Startups.

Der japanische Internetriese verfügt nicht über einen milliardenschweren Investitionsfonds mit externen Kapitalgebern wie der Vision Fund von Softbank. Aber Rakuten investiert in ähnliche Unternehmen wie Softbank. Während der Vision Fund beim Fahrdienstvermittler Uber einstieg, konzentrierte sich Rakuten zum Beispiel auf den Uber-Rivalen Lyft.

Das Unternehmen von Mikitani führte mehrere Finanzierungsrunden für Lyft an und erwarb für geschätzte 700 Millionen Dollar einen Anteil von 13 Prozent. Bei der Ausgabe der Aktien am vergangenen Freitag war dieser Anteil knapp 2,3 Milliarden Dollar wert. Der Wert hatte sich also mehr als verdreifacht. Rakuten wird nun einen Gewinn von 110 Milliarden Yen (knapp 900 Millionen Euro) verbuchen.

Gefragte Aktie

Das japanische Unternehmen bezifferte den Wert seiner Investitionen mit Stand Ende Dezember auf 3,3 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Viertel der Marktkapitalisierung. Das hat viele Anleger auf die verborgenen Schätze aufmerksam gemacht, so dass die Aktie zuletzt stark gestiegen ist. Für diesen Optimismus haben die Anleger gute Gründe.

So führte Rakuten im Dezember 2016 eine Finanzierungsrunde über 350 Millionen Dollar für den Mitfahrdienst Careem aus Dubai an. Vergangene Woche kündigte Uber an, Careem für 3,1 Milliarden Dollar zu kaufen. Und vor sechs Jahren investierte Rakuten 100 Millionen Dollar in Pinterest. Dieses Internetunternehmen ist heute rund 12 Milliarden Dollar wert – und geht nun ebenfalls an die Börse.

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