Tokio (JAPANMARKT) – Induzierte pluripotente Stammzellen, kurz iPS-Zellen, gelten als Schlüssel für eine neue regenerative Medizin. Nun haben japanische Forscher das Einsatzrisiko solcher Zellen verringert.

Fremde Spender

Die vom Japaner Shinya Yamanaka entwickelten iPS-Zellen werden erzeugt, indem man entwickelte Zellen in Stammzellen zurückverwandelt. Von dort können sie sich wieder in beliebige andere Zellen des Körpers entwickeln.

Ursprünglich wollte man iPS-Zellen von den Patienten selbst erzeugen, dann würde es keine Abstoßungsreaktion geben. Aber dieses Vorgehen hat sich als zu aufwändig und teuer erwiesen. Deswegen greift man inzwischen auf das Blut von Spendern zurück, das genetisch möglichst große Teile potenzieller Patienten abdeckt.

Daraus entsteht die Gefahr, dass die aus diesem Blut erzeugten iPS-Zellen vom Körper des Empfängers abgestoßen werden. Nun hat ein Wissenschaftlerteam unter Leitung von Akitsu Hotta am Center for iPS Cell Research and Application (CiRA) der Universität Kyoto eine Methode gefunden, damit solche iPS-Zellen ein geringeres Abstoßungsrisiko bei den Empfängern haben.

Gentechnische Hilfe

Dafür veränderten die Mediziner Blutzellen gentechnisch so, dass bestimmte Marker entfernt wurden, die mit den Killer-T-Zellen des Immunsystems kommunizieren können. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Killer-T-Zellen sie angreifen. Somit steigt die Aussicht auf einen Erfolg der regenerativen Therapie.

Im nächsten Schritt wollen die CiRA-Forscher nun jenes Blut entwickeln und lagern, das diese Marker nicht aufweist. Derzeit werden 140 Bluttypen benötigt, um sichere iPS-Zellen für 90 Prozent der Japaner bereitzustellen. Mit Hilfe der neuen Methode reichen sieben Typen aus, um 95 Prozent der Japaner zu behandeln.

Foto: iPS-Zellen im Labor (Wikipedia CC BY 3.0)