Tokio (JAPANMARKT) – Deutsche und japanische Experten aus Industrie, Wissenschaft und Politik haben auf dem 13. Deutsch-Japanischen Wirtschaftsforum über Einsatzmöglichkeiten für KI-Technologien in industriellen Prozessen beraten. Das Interesse war riesig. Über 350 Teilnehmer kamen, für viele gab es nur einen Stehplatz.

„Connected Industrie“

Künstliche Intelligenz und Deep Learning verändern die industrielle Produktion rasant. Intelligente Maschinen erkennen, wenn sie gewartet werden müssen, analysieren Strukturen in Datenströmen und programmieren sich selbstständig um. Deutschland und Japan gehören hier zu den Vorreitern.

Großunternehmen in beiden Ländern erwarten viel von kollaborativen Robotern, KI- gestützter Maschinenwartung und der Verbindung von Cloud und Edge Computing. Dies wurde in den Präsentationen von Siemens, Yaskawa, NEC, Fujitsu, Mitsubishi Electric, Hitachi und Kawasaki Robotics auf dem Wirtschaftsforum deutlich.

„Connected Industrie bedeutet, dass durch die Verbindung von Unternehmen, Maschinen, Menschen und Daten neuer zusätzlicher Mehrwert geschaffen wird“, sagte der japanische Vizewirtschaftsminister Hirofumi Takinami in seiner Eröffnungsrede auf dem deutsch-japanischen Wirtschaftsforum.

Starkes Interesse am 13. Deutsch-Japanischen Wirtschaftstag

Förderprogramm für KI

Die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Japan und Deutschland im Bereich Connected Industrie und Industrie 4.0 will er weiter ausbauen, ebenso wie Claudia Dörr-Voss, Staatsekretärin im Bundeswirtschaftsministerium: „Japan und Deutschland sind weltweit führende Industrieländer mit einer langen hoch entwickelten Wissenschafts- und Ingenieurtradition. Diese Potenziale können sie im globalen Wettbewerb gemeinsam nutzen und große Synergien schaffen“. Die beiden Ministerien haben daher im März ein gemeinsames Förderprogramm für Künstliche Intelligenz in der industriellen Kommunikation gestartet.

Panel-Diskussion auf dem 13. Deutsch-Japanischen Wirtschaftsforum

Deutsch-japanisches Netzwerk

„Der Arbeitsplatz der Zukunft ist charakterisiert durch eine synergetische Partnerschaft von Mensch und Maschine, die mit intelligenten Produktionseinheiten kommunizieren, interagieren, sich gegenseitig ergänzen und voneinander lernen“, zeigte sich Professor Andreas Dengel vom DFKI in Hannover überzeugt.

Zum ersten Mal präsentierten sich auf dem seit 2006 bestehenden Wirtschaftsforum auch deutsche und japanische Start-ups. In kurzen Pitches stellten AISing und CACH aus Japan sowie HoloLight und e-bot7 aus Deutschland ihre Entwicklungen für ultraschnelles maschinelles Lernen, effizientere Kommunikation mit Maschinen und Anlagen, KI-gestützten Kundenservice und die Kombination von erweiterter Realität (AR) und KI im Produktionsprozess vor.

Fotos: © Ecos Consult