Tokio (JAPANMARKT) – Nomura legt erneut ein Sparprogramm auf. Schuld sind nicht nur schlechte Auslandsgeschäfte.

Kürzen in Europa

Japans führende Investmentbank will in den nächsten drei Jahren weitere 140 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro) einsparen. Damit reagieren die Japaner auf ihren größten Verlust seit der Finanzkrise von 101,2 Milliarden Yen (801 Millionen Euro) in den neun Monaten von April bis Dezember 2018.

80 Prozent der Kostensenkungen sollen offenbar im Ausland erreicht werden. Diese Geschäfte schreiben seit vier Quartalen rote Zahlen, wobei Europa und die Zentrale in London aufgrund niedriger Zinsen, scharfen Wettbewerbs und schwächelnder Konjunktur besonders schlechte Ergebnisse lieferten.

Laut einem Bloomberg-Bericht fallen den Kürzungen 150 hochdotierte Jobs in Europa und den USA zum Opfer. Am stärksten betroffen sind die Bereiche Fixed Income, Währungen und Schwellenländer. Aber auch die Heimatregion bleibt nicht sakrosankt.

Sparen auch in Japan

In Japan schrumpft Nomura das traditionelle Brot-und-Butter-Geschäft mit dem Fondsverkauf an Privatanleger. Dafür wird nach Angaben der Finanzzeitung Nikkei jede fünfte der 156 Verkaufsstellen an teuren Standorten nahe Bahnhöfen geschlossen. Das bedeutet eine Abkehr vom aggressiven Vertriebsmodell in Japan.

Nach Angaben von Nomura-Chef Nagai sollen die erneuten Einsparungen die Gesamtkosten der Investmentbank unterm Strich um fünf Prozent auf unter 950 Milliarden Yen (7,6 Milliarden Euro) drücken. Wachstum verspricht sich Nagai an zwei Fronten.

Zum einen China – dort wurde im März ein Joint Venture genehmigt, das sich auf wohlhabende Kunden konzentrieren soll. Zum anderen die Digitalisierung – dabei sucht sich Nomura Partner außerhalb der gewohnten Geschäftskanäle und testet den Fondsverkauf über das Smartphone.

Foto: Nomura-Zentrale in London (© Nomura Holdings)