Tokio (JAPANMARKT) – Panasonic tritt bei Batterien für Elektroautos auf die Bremse. Die Gigafactory in Nevada mit Tesla wird vorerst nicht ausgebaut.

Zweifel an Zielen

Ursprünglich war geplant, die Kapazität der Fabrik von 35 Gigawattstunden bis 2020 um mehr als die Hälfte auf 54 Gigawattstunden zu erhöhen. Außerdem will Panasonic in Shanghai keine Batteriezellen für Tesla produzieren. Gemäß Presseberichten dementierte der Akkuhersteller den Bericht nicht. Man studiere zusätzliche Investitionen zusammen mit Tesla, erklärte Panasonic. An der Börse kam dies gut an. Die Aktie von Panasonic stieg am Freitag um fast drei Prozent.

Tesla-Chef Elon Musk verspricht eine Auslieferung von 360.000 bis 400.000 Tesla 3- Modellen in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr waren es rund 245.000. Doch gemäß Bloomberg-Daten hat Tesla im ersten Quartal nur rund 81.000 Autos ausgeliefert. Bei diesem Volumen lässt sich das Jahresziel nicht erreichen. Zudem bedroht die starke Kürzung der Subventionen für Tesla-Autos im wichtigsten Absatzmarkt USA die Nachfrage.

Die Gigafactory produziert seit Januar 2017 Batterien für das „Model 3“ von Tesla. Panasonic stellt die Zellen her, Tesla baut daraus Akkusätze. Die Kapazität ist auf 500.000 Fahrzeuge jährlich angelegt, aber im Vorjahr wurden nur 245.000 gefertigt. Das frühere Produktionsziel von eine Million Elektroautos wird nicht mehr erwähnt. Zugleich liefert Panasonic die Zellen für die Tesla-Powerwall und –Powerpack-Produkte. Dabei handelt es sich um Speicherbatterien für Solarstrom.

Verzögerte Produktion

Panasonic hat 200 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Euro) in die Fabrik investiert und ist in den USA der exklusive Hersteller der Zellen für Tesla. In der geplanten Tesla-Fabrik in Shanghai sollte Panasonic nur einer von mehreren Zellenzuliefern von Tesla werden. Nun will man sich auf technische Unterstützung und den Import von Zellen aus Nevada beschränken.

Schon vor einem Jahr wurde über Bedenken bei Panasonic berichtet. Nun wird den Japanern ihre Tesla-Wette offenbar wirklich zu heiß. Die „Produktionshölle“ und andere Verzögerungen bei den Tesla-Elektroautos haben den Gewinn des japanischen Gesamtkonzerns bereits belastet. Zugleich wachsen weltweit die Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Akkus. CATL aus China löst Panasonic gerade als Branchenführer ab.

Foto: Gigafactory aus der Luft (Wikipedia CC BY-SA 4.0)