Tokio (JAPANMARKT) – Am Montag beginnen die bilateralen Handelsgespräche zwischen Japan und den USA. Sinkende Fleischexporte nach Japan schwächen die amerikanische Verhandlungsposition.

Abbau des Defizits

Nach der Androhung von Sonderzöllen auf japanische Autoexporte in die USA hatte Premier Abe im September bei einem Treffen mit Präsident Donald Trump bilateralen Freihandelsgesprächen zugestimmt. Trump will das US-Handelsdefizit mit Japan von zuletzt 69 Milliarden Dollar verringern und bessere Bedingungen für US-Exporte nach Japan bekommen. Fast zwei Drittel des Defizits gehen auf das Konto von Autos. Aber während der Gespräche sollen keine Sonderzölle verhängt werden.

Das erste Treffen mit dem Handelsbeauftragten Robert Lightizer findet laut Japans Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi in Washington statt. Ende April wird auch Premierminister Abe in Washington erwartet, Trump kommt Anfang Mai nach Japan. Bei dem Treffen am Montag und Dienstag wollen Lightizer und Motegi laut Finanzzeitung Nikkei zunächst den Rahmen der Gespräche abstecken. Ein Streit ist vorprogrammiert.

Die USA haben signalisiert, dass sie eine umfangreiche Abmachung vom Agrarbereich über Währungsmanipulation bis zu Arzneimittelpreisen anstreben. Doch Regierungschef Abe hatte gegenüber Trump Verhandlungen über Waren und andere Kernbereichen wie Dienstleistungen nur für den Fall zugesagt, dass sie schnell umzusetzen seien. Das schließt alle Themen aus, die eine Zustimmung des japanischen Parlaments benötigen. Dazu gehören Arzneimittel, Finanzmarktregeln und Standards für Nahrungsmittel.

Selbstbewusste Japaner

Japan will offenbar weder über Importquoten für Autos noch über Währungsfragen verhandeln. Zudem würde man nach Informationen der Financial Times einen Handelsvertrag nur billigen, falls sich auch die Handelsbedingungen für japanische Waren verbessern. Einseitige Zugeständnisse könne es nicht geben, da ein Vertrag laut Artikel 24 der Welthandelsorganisation alle Handelsbereiche abdecken müsse.

Das unerwartet starke Selbstbewusstsein der Japaner erklärt sich damit, dass die amerikanische Seite von Seiten der US-Agrarlobby unter starken Druck geraten ist. Die US-Exporteure von Rind- und Schweinefleisch haben nämlich seit dem Jahreswechsel einige Marktanteile in Japan verloren. Der Grund: Zum 1. Januar trat der Handelsvertrag mit zehn Pazifik-Anrainerstaaten (TPP-11) und zum 1. Februar der Handelsvertrag mit der EU in Kraft, die jeweils zu sinkenden Importzöllen für Fleisch führten.

Foto: Wikipedia CC BY-SA 4.0