Tokio (JAPANMARKT) – Die Zahl der Ausländer in Japan ist auf ein neues Hoch gestiegen. Zugleich ging die Zahl der Japaner erneut zurück.

Neue Rekorde

Zum Stichtag 1. Oktober 2018 lebten 2,22 Millionen Ausländer in Japan. Das entsprach einem Nettozuwachs auf Jahressicht um 165.000. Es war das sechste jährliche Wachstum in Folge. Ausländer machen nun 1,76 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Dieser Anteil steigt auch deswegen, weil die japanische Bevölkerung schneller schrumpft, nämlich im Berichtszeitraum um mehr als 430.000. Die Gesamtbevölkerung sank dadurch um netto 0,21 Prozent auf 126,44 Millionen Menschen. Das ist der achte jährliche Rückgang hintereinander.

Die Zahl der Japaner sank in absoluten Zahlen also 2,6 Mal stärker als die Zahl der Ausländer, die sich in Japan niederließen. An diesem Verhältnis werden die neuen Arbeitsvisa kaum etwas ändern. In den nächsten fünf Jahren sollen auf diesem Weg nämlich nur rund 345.000 Ausländer kommen.

Mehr Sterbefälle

Die Zahl der Japaner fällt, weil es seit zwölf Jahren jeweils mehr Sterbefälle als Geburten gibt. Laut den Daten des Innenministeriums starben im Berichtszeitraum 1,37 Millionen Japaner, aber es wurden nur 944.000 geboren.

Die Japaner in der Gesamtbevölkerung werden immer älter: Der Anteil der über 70-Jährigen überschritt 20 Prozent und der Anteil der 15- bis 64-Jährigen, die die Erwerbsbevölkerung repräsentieren, fiel auf das Rekordtief von 59,7 Prozent.

Junge Ausländer

Dagegen befinden sich 85 Prozent der Ausländer mit einem Wohnsitz in Japan im erwerbsfähigen Alter und mehr als die Hälfte davon ist zwischen 20 und 40 Jahre alt. Außerdem leben die Ausländer vor allem in den Metropolen. 54 Prozent von ihnen wohnten in Tokyo, Osaka, Aichi, Kanagawa oder Saitama.

Im Januar hatten Daten des Arbeitsministeriums gezeigt, dass die Zahl der ausländischen Arbeitnehmer in Japan um 181.000 zum Vorjahr mit Stichtag Ende Oktober auf den Rekordwert von 1,46 Millionen gestiegen war. Darunter waren 389.000 Chinesen und 316.000 Vietnamesen.

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