Tokio (JAPANMARKT) – In den letzten zehn Jahren haben sich Japans Unternehmen dramatisch gewandelt. Das zeigt eine neue Analyse der Investmentbank Nomura.

Gewinne wachsen

„Wesentliche Kennzahlen der Unternehmen in Japan verbessern sich seit Jahren stetig und nachhaltig – und dies selbst bei einer wenig wachsenden Gesamtwirtschaft“, sagte Yuichi Murao, seit August 2018 Head of Investment, Japan Equity beim japanischen Branchenführer Nomura.

Die Gewinne der Unternehmen werden in diesem Jahr laut Nomura um 6,5 Prozent steigen. 2018 legten die Erträge um 4,2 Prozent zu. Den Grund sieht Murao in der hohen Preissetzungsmacht der Unternehmen als Folge einer Auslastung ihrer Produktionskapazitäten nahe der Grenze. Die japanische Wirtschaftsleistung legte 2018 nur um 1,2 Prozent zu.

Überall aufwärts

Auch andere Betriebskennzahlen zeigen seit Jahren aufwärts. Als Beispiele nennt der Nomura-Aktienstratege die Eigenkapitalrendite, die seit 2008 von null Prozent auf heute 10,5 Prozent gewachsen ist. Damit nähert sich Japan den USA (15,9 Prozent) und Europa (12,7 Prozent) an.

Ein weiteres Beispiel liefern die Nettomargen, die seit 2008 ebenfalls von null Prozent auf sechs Prozent zulegten. Zum Vergleich: In den USA verharren sie um acht Prozent und in Europa lagen sie zuletzt bei 7,3 Prozent. Jedoch sind japanische Unternehmen weniger verschuldet als in den USA und Europa.

Starke Wirtschaft

Außerdem haben gemäß Murao die Aktionäre mehr Freude an ihren Unternehmen. Die Ausschüttungen seien von unter 40 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf über 160 Milliarden Euro in diesem Jahr gewachsen. Dabei kletterte die Dividendenrendite um das Dreifache auf aktuell 2,5 Prozent. Der Dividendenindex des Nikkei stieg für 2018 auf 446,32 Yen und damit ein sechstes Rekordhoch in Folge.

Die verbesserten Kennziffern und die Anstrengungen bei der Corporate Governance nennt Nomura als Ursache dafür, dass der ausländische Besitzanteil an Japans Aktien seit der Jahrtausendwende von 20 auf 30 Prozent gewachsen ist.

Trotz schrumpfender Bevölkerung sei Japans Volkswirtschaft weiter eine internationale Größe, betonte der Analyst. Mit knapp 5,2 Billionen US-Dollar und laut IWF knapp sechs Prozent Weltanteil liegt Japan beim Bruttoinlandsprodukt weltweit weiter auf dem dritten Platz und behält den Vorsprung vor Deutschland mit einer Wirtschaftsleistung von 4,2 Billionen US-Dollar.

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