Tokio (JAPANMARKT) – Japans Regierung hat die Frequenzen für die superschnellen 5G-Mobilfunkdienste vergeben. In einem Jahr geht es los, landesweit sollen die Netze 2022 arbeiten.

Erste Tests

Das Innenministerium hat die Lizenzen für den 5G-Mobilfunk auf Empfehlung eines Beirats an die vier Anbieter NTT Docomo, KDDI, Softbank und Rakuten vergeben. Anders als in vielen Ländern sind die Lizenzen kostenlos, damit die Netze möglichst schnell stehen.

5G ist rund 100 Mal schneller als der jetzige Standard 4G und ermöglicht aufgrund der niedrigen Latenzzeit eine Fernsteuerung in Echtzeit. Dadurch könnten Fahrzeuge ohne aufwendige Hard- und Software an Bord autonom fahren.

KDDI und Softbank wollen kommerzielle 5G-Dienste ab März 2020 und NTT Docomo kurz darauf starten. Der Neuling Rakuten baut ab Oktober sein erstes eigenes 4G-Netz auf und lässt 5G ab Juni 2020 folgen. KDDI und NTT Docomo wollen aber bereits bei der Rugby-Weltmeisterschaft im Herbst das Streaming von TV-Bildern per 5G testen.

Breite Abdeckung

Die vier Betreiber werden in den nächsten fünf Jahren insgesamt 1,6 Billionen Yen (12,8 Milliarden Euro) investieren, mehr als die Hälfte davon stammen von NTT Docomo. Alle japanischen Netzanbieter wollen dabei auf Hardware der chinesischen Hersteller Huawei und ZTE verzichten.

Das Innenministerium hat Japan in 4.500 Blöcke unterteilt. Bis 2025 müssen die vier Betreiber für mindestens die Hälfte der Blöcke eine 5G-Versorgung aufbauen. Dadurch will man erreichen, dass auch die ländlichen Gebiete abgedeckt werden.

Gemäß einem Bericht der Finanzzeitung Nikkei streben NTT Docomo und KDDI jeweils eine Bevölkerungsabdeckung von mehr als 90 Prozent bis 2024 an. Softbank will 64 Prozent und Rakuten 56 Prozent der Japaner bis dahin einen 5G-Zugang anbieten.

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