Tokio (JAPANMARKT) – Die Wohnungspreise in den japanischen Metropolen sind während der Amtszeit von Premier Shinzo Abe gestiegen. Nun erfasst dieser Trend Städte in der zweiten und dritten Reihe.

Preise steigen

Die Preise von gewerblichen Grundstücken in den drei Metropolen Tokio, Osaka und Nagoya sind laut dem zuständigen Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus im vergangenen Jahr erstmals seit fast drei Jahrzehnten wieder gestiegen.

Eindrucksvolle Beispiele lieferten Wohngebiete in der Ski-Hochburg Niseko mit 50 Prozent Plus, ein Gewerbegrundstück im Vergnügungsviertel Gion in Kyoto mit einem Preissprung von 44 Prozent und Japans teuerste Immobilie, das Yamano Music Building in Ginza, mit drei Prozent Zuwachs.

Starker Trend

Auf den ersten Blick bestätigen diese Zahlen die alte Geschichte von einem zweitgeteilten Immobilienmarkt, wonach die Preise nur in den Ballungs- und Tourismus-Zentren zulegen. Aber nun erfasst dieser Trend auch Regionen, die bisher zurückgeblieben waren.

Laut dem Japan-Analysten James Malcom von der Schweizer Bank UBS spiegeln sich in dem Trend die anhaltende Lockerung der Geldpolitik, die Ausweitung des Tourismus und neue strukturelle Veränderungen in der Binnenwirtschaft wider.

So basiere der Preisanstieg in Sapporo auf dem Umbau der Stadt und verbesserten Verkehrsanbindungen. Sendai wurde nach dem Tsunami von 2011 als „kompakte Stadt“ mit einem kleineren „Klima-Fußabdruck“ wieder aufgebaut. Hiroshima förderte den Bau von Wohnungen und Hotels. Fukuoka boomt durch Deregulierung und die Nähe zu Busan, Shanghai und Taipeh.

Angst vor Überhitzung

Auch in Orten wie Otaru, Kanazawa, Karuizawa, Kashiwa, Akashi, Takamatsu, Nara und Naha sei der aufwärts gerichtete Preistrend bei Immobilien bereits zu spüren. Die gute Nachricht sei, dass die Bewertungen in der Regel um einen Bruchteil unter den Spitzenwerten der achtziger Jahre liegen und es keine Überhitzung gebe, schrieb Malcolm.

Die Entwicklung der Preise hat auch die Notenbank auf den Plan gerufen, weil die Immobilienkredite auf das historische Hoch von 14 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen sind. Im jüngsten Bericht der Notenbank zum Finanzsystem ist von „Anzeichen der Überhitzung“ die Rede. Doch der UBS-Analyst hält die aktuelle Entwicklung „bei weitem nicht für bedrohlich“.

Foto: Typisch japanische Apartment-Anlage (© Martin Fritz)