Tokio (JAPANMARKT) – Ein japanisches Trio beteiligt sich an der Entwicklung von Roboterwagen durch den US-Fahrdienstvermittler Uber. Der Zeitpunkt wurde mit Bedacht gewählt.

Starker Einstieg

Toyota, Denso und der SoftBank Vision Fund investieren eine Milliarde Dollar in die Advanced Technologies Group (Uber ATG) von Uber Technologies. Zwei Drittel davon schultern Toyota und Denso, ein Drittel der Fonds. Die Investition soll die Entwicklung und Vermarktung von automatisierten Mitfahrdiensten beschleunigen. Toyota finanziert diese Aktivitäten in den nächsten drei Jahren mit weiteren bis zu 300 Millionen US-Dollar.

Damit wird die neue Einheit Uber ATG mit 7,25 Milliarden Dollar bewertet. Das kommt der Mutter Uber vor dem Börsengang Anfang Mai wie gerufen, weil das Kerngeschäft mit Mitfahrdiensten stockt und der Konkurrent Lyft auf dem Börsenparkett nicht gut ankam.

Dieser Hintergrund könnte auch erklären, warum Softbank bei dem Deal dabei ist: Über ihren Vision Fund sind die Japaner nämlich der größte Einzelaktionär von Uber und daher selbst daran interessiert, bei dem geplanten Börsengang eine möglichst hohe Bewertung der Aktie zu erzielen.

Technologische Ziele

Dagegen verfolgt der japanische Autobranchenführer technologische Ziele und hatte daher bereits im August 2018 mit Blick auf autonome Fahrzeuge eine halbe Milliarde Dollar in Uber gesteckt. Die beiden Unternehmen werden ihre Assistenzsysteme für Autofahrer kombinieren und sie in Toyota-Minivans vom Modell „Sienna“ einbauen.

Diese Fahrzeuge werden von Uber für Mitfahrdienste in den USA benutzt. Dabei werden die Stärken der selbstfahrenden Technologie von Uber ATG und des Sicherheitssystem Toyota Guardian genutzt. Eine dritte, ungenannte Partei soll die Wagenflotte betreiben. Das Pilotprojekt soll 2021 beginnen.

Zuversicht für Zukunft

Dara Khosrowshahi, CEO von Uber, sagte: “ Die Entwicklung der automatisierten Antriebstechnik wird den Verkehr, wie wir ihn kennen, verändern und unsere Straßen sicherer und unsere Städte lebenswerter machen.“ Mit dem Deal könne Uber sich an der Spitze dieser Transformation halten.

Toyota-Vize Shigeki Tomoyama, Chef der hauseigenen Connected Company, erklärte, die vertiefte Zusammenarbeit ermögliche es Toyota, sicherere und kostengünstigere automatisierte Mitfahrfahrzeuge und Dienstleistungen zu kommerzialisieren. Das werde den frühen Erfolg von automatisierten Mitfahrdiensten beschleunigen.

Foto: Vorstellung des Deals in San Francisco (Toyota)