Tokio (JAPANMARKT) – Toyota treibt die Brennstoffzellen-Technologie voran. Zwei neue Projekte spielen sich in Kalifornien und China ab.

Wasserstoff im Lastertank

Im Frachthafen von Los Angeles stellten Toyota, der Nutzfahrzeughersteller Kenworth, der Hafen von L.A. und das California Air Resources Board (CARB) jetzt den ersten von insgesamt zehn Schwerlastern vor, die von einer Brennstoffzelle angetrieben werden. Sie werden ab dem vierten Quartal 2019 eingesetzt.

Mit einer Tankfüllung kann der Laster fast 500 Kilometer fahren, doppelt so weit wie die durchschnittliche Fahrleistung von Lastern im Hafen von L.A. Das Vorhaben im Rahmen des Zero and Near-Zero Emissions Freight Facilities Project (ZANZEFF) wird vom CARB mit 41 Millionen Dollar gefördert.

Von Test- zum Regelbetrieb

Mit dem sogenannten „Project Portal“ testet Toyota bereits seit April 2017 einen wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenantrieb speziell für schwere Lkw, der einen nahezu lautlosen und schadstofffreien Güterverkehr ermöglichen soll.

Der ursprüngliche „Alpha“- und der weiterentwickelte „Beta“-Truck haben bereits mehr als 22.500 Testkilometer im Rahmen des Güterumschlags in und um die kalifornischen Häfen von Long Beach und Los Angeles abgespult. Nun gehen die beteiligten Unternehmen zum Regelbetrieb über und beweisen damit die Praxistauglichkeit des Wasserstoffantriebs für Lastwagen.

China als Wasserstoff-Mekka

Gleichzeitig hat sich Toyota auf dem weltgrößten Automarkt China mit der Beijing Automotive Group (BAIC) für die Förderung von Wasserstoff-Bussen verbündet. Der japanische Autoriese will Teile der Brennstoffzellen sowie Wasserstofftanks an die BAIC-Tochter Beiqi Foton Motor liefern.

Der chinesische Staat fördert den Wasserstoffantrieb seit einiger Zeit massiv. Elf Milliarden Euro Fördergelder flossen allein 2018 in die Wasserstofftechnik, vor allem für den Brennstoff selbst und als Subvention für den Absatz der Fahrzeuge. Dadurch können die Hersteller von Wasserstoffbussen ohne Verlust produzieren.

Ehrgeiz bei Brennstoffzelle

Mitte März beschloss der Staatsrat in Peking den massiven Ausbau von H2-Tankstellen. In den Monaten zuvor kaufte sich Weichai Power, Chinas größter Hersteller von Dieselmotoren, bei den Brennstoffzellenspezialisten Ballard Power in Kanada und Ceres Power in Großbritannien ein.

Gemäß der Finanzzeitung Nikkei entstand der Einstieg von Toyota bei BAIC durch den Japan-Besuch von Chinas Premier Li Keqiang im Mai 2018. Der Politiker besuchte ein Toyota-Werk in Hokkaido und zeigte starkes Interesse an der Brennstoffzellentechnologie. China will auch dort bis 2025 weltweit führend werden.

Foto: Wasserstoff-Truck im Hafen von L.A. (Toyota)