Tokio (JAPANMARKT) – Japans drittgrößter Mobilfunkanbieter Softbank und die Google-Tochter Loon verbünden sich. Es geht um schnelles Internet für abgelegene Gebiete.

Internet aus der Luft

Wie versorgt man Regionen mit Internet, die sich mit Bodenstationen nicht gut abdecken lassen? Eine Antwort auf diese Lücken wären Satelliten. Allerdings ist ihr Start teuer und die Signallaufzeit auch bei erdnahen Orbits relativ lang. Daran arbeiten Unternehmen der Milliardäre Elon Musk, Richard Branson und Jeff Bezos.

Als Alternative gelten fliegende Internet-Stationen in der Stratosphäre. Die Alphabet-Tochter Loon, die im Vorjahr ausgegliedert wurde, lässt das Kommunikationsmodul mit einem Ballon aufsteigen. Softbank Corp. in Japan hat die Drohne „HAPSMobile“ als Plattform entwickelt. HAPS ist die Abkürzung von High Altitude Platform Station.

Nun erklärten HAPSMobile und Loon, sie wollten zusammenarbeiten. Zum Beispiel könnten sie die Technologie des jeweils anderen nutzen, ihre Netzwerkausrüstung vereinheitlichen und sich an regulatorischen Diskussionen beteiligen. Die Verbindung sei langfristig angelegt, Softbank könnte 125 Millionen Dollar in Loon investieren.

Sechs Monate in der Luft

Die HAPSMobile-Drohne für 4G- und 5G-Mobilfunksignale fliegt in der Stratosphäre in rund 20 Kilometer Höhe und kann eine Bodenfläche mit einem Radius von 200 Kilometer abdecken. Für alle japanischen Inseln reichen rund 40 solcher Drohnen. Dank Solarzellen und Sparmotoren bleiben sie sechs Monate ohne Landung am Himmel.

Trotz Versorgungslücken und trotz der Backup-Möglichkeit bei einer Katastrophe zeigen Mobilfunkbetreiber und Regierungen bisher wenig Begeisterung für die wenig erprobte und noch teure Technologie. Das erklärt, warum Softbank und Google nun ihre Kräfte bündeln, um ihre Investitionen abzusichern.

Foto: HAPSMobile im Einsatz (Softbank Corp.)