Tokio (JAPANMARKT) – Auf den Superschnellzug Shinkansen ist ganz Japan stolz. Nun testet einer der Betreiber die neueste Version. Es soll der schnellste Zug der Welt werden.

Shinkansen Alfa-X

Kaizen heißt die japanische Methode, ein Produkt immer besser zu machen. Das lässt sich jetzt beim Superschnellzug Shinkansen beobachten: Seit vergangenen Freitag testet East Japan Railway, bekannt als JR East, den Shinkansen Alfa-X, intern heißt er E956. Alfa-X steht für „Advanced Labs for Frontline Acitivity in rail eXperimentation“.

Der neue Zug kann bis zu 400 Kilometer pro Stunde über die Gleise rasen. Im Regelbetrieb sollen es 360 Kilometer pro Stunde werden. Das sind 40 Kilometer pro Stunde mehr als beim gegenwärtigen Shinkansen E5. Möglich wird dies unter anderem durch die Verlängerung der Zugnase um sieben auf nun 22 Meter.

Aus ausländischer Sicht beeindruckt vor allem der langfristige Zeithorizont. Die ersten Tests des neuen Zuges dauern drei Jahre und finden ausschließlich nachts, wenn sonst kein Zug verkehrt, auf der Strecke zwischen Sendai und Aomori im nordöstlichen Japan statt.

Weitsichtiger Plan

Jedoch soll der neue Zug erst im Jahr 2030, also in elf Jahren, in Dienst gestellt werden. Dann wird nämlich die Shinkansen-Linie bis Hokkaido zwischen Shin-Hakodate und Sapporo in Hokkaido fertig gebaut sein. Der Alfa-X würde die Reisezeit von Tokio bis Sapporo auf viereinhalb Stunden verkürzen und das Flugzeug weitgehend obsolet machen.

Ähnlich beeindruckend wie diese extrem langfristige Planung sind die technischen Details des neuen Schnellzugs. Auf seinem Dach sind spezielle Luftbremsen eingebaut, außerdem gibt es neuartige Magnetbremsen. Besondere Schwingungsdämpfer sorgen dafür, dass der Zug in den Kurven stabil bleibt – all dies für hohe Sicherheit besonders bei Erdbeben.

Foto: Shinkansen Alfa-X (JR East)