Tokio (JAPANMARKT) – Japans zweitgrößter Autobauer Nissan ist ins Schleudern gekommen. Der Nettoertrag bricht ein, die Prognose enttäuscht.

Schwache Zahlen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 31.3.) sackte der Nettogewinn von Nissan um 57,3 Prozent auf das Neunjahrestief von 319,1 Milliarden Yen (2,6 Milliarden Euro). Die operative Marge halbierte sich nahezu auf 2,7 Prozent. Der Absatz ging um 4,4 Prozent auf 5,52 Millionen Fahrzeuge zurück.

Für 2019 erwartet Nissan nur 170 Milliarden Yen (1,4 Milliarden Euro) Reinertrag, ein Einbruch um weitere 46,7 Prozent. Die operative Prognose von 230 Milliarden Yen liegt weit unter der Konsensschätzung.

Das Umsatzziel für 2022 dampfte Saikawa um dreizehn Prozent auf 14,4 Billionen Yen (117 Milliarden Euro) ein. Die operative Umsatzrendite soll bis dahin von zuletzt drei Prozent nur auf sechs Prozent statt acht Prozent steigen.

Zusätzliche Kosten

Als Gründe nannte Saikawa die Investitionen für die Verbesserung von Fertigung und Kapazität um jeweils zehn Prozent sowie die Verjüngung der Modellpalette von 5,1 auf unter 3,5 Jahren. Daher falle die Jahresdividende von 57 Yen auf 40 Yen.

Der Anteil von Nissan am Gewinn von Mutterkonzern Renault schrumpfte von 73 Prozent auf 43 Prozent. Trotz dieser Schwäche drängt der Allianzpartner Renault auf eine Fusion. Zugleich wehrt sich Nissan gegen eine stärkere Integration, obwohl die Japaner keine inhaltlichen Gegenargumente mehr haben. Bislang verwiesen sie darauf, sie seien die Cash-Cow der Gruppe.

Streit mit Renault

In Sachen Kooperation sei man unterschiedlicher Meinung, bestätigte Saikawa. Eine Fusion sei unnötig, daran habe sich nichts geändert. Stattdessen solle man sich auf das operative Geschäft konzentrieren, erklärte er. Renault hält 43,4 Prozent von Nissan, die Japaner besitzen 15 Prozent von Renault und 34 Prozent vom dritten Allianzpartner Mitsubishi Motors.

Für das schlechte Abschneiden machte Saikawa überzogene Vorgaben und überhöhte Investitionen des langjährigen Nissan-Chefs Carlos Ghosn sowie die Auswirkungen seiner mehrfachen Verhaftung seit November verantwortlich. Der 65-jährige Manager lehnt einen Rücktritt ab und will als Sanierer an der Spitze bleiben.

Foto: CEO Hiroto Saikawa bei der Bilanzvorlage (Nissan)