Tokio (JAPANMARKT) – Der Handelskrieg zwischen China und den USA belastet auch die japanische Wirtschaft. Dennoch könnte Japan – relativ gesehen – ein Nutznießer des Streits werden.

Drohende Autozölle

Nach langem Zögern und unter hohem Druck hat Japan sich auf direkte Verhandlungen mit den USA über einen bilateralen Freihandelsvertrag eingelassen. Der Grund war die Drohung der USA, Sonderzölle auf US-Autoimporte aus Japan zu erhöhen. Das hätte nämlich schwere Konsequenzen für Japan.

Die japanische Autoindustrie beschäftigt 1,5 Millionen Menschen oder 2,5 Prozent aller Erwerbstätigen. Dazu kommen zahllose Jobs im Verkauf und bei anderen Dienstleistungen rund ums Auto. 20 Prozent der industriellen Fertigung und 40 Prozent von Japans Forschungs- und Entwicklungsausgaben gehen auf das Konto der Autobauer.

Vertrag scheint möglich

Trotzdem haben sich Japans Chancen auf einen Deal mit den USA kürzlich verbessert. Dafür nennen die Analysten James Malcolm und Go Kurihara von UBS Japan drei Gründe: Erstens werde Trump seinen Golfpartner Premier Shinzo Abe nicht genauso hart unter Druck setzen wie Chinas Präsident Xi Jingping.

Zweitens könnte der Handelskrieg zwischen China und den USA dazu führen, dass einige Warenproduktion aus China in andere asiatische Länder verlagert wird. Davon würden japanische Hersteller von Industrierobotern und Automatisierungssystemen profitieren.

Drittens werde Trump Japan nicht unnötig verärgern, da beide Länder interessiert sind, Chinas Hegemoniebestreben zu beschränken. Vielmehr könnte Abe durch seine eigenen Beziehungen mit Präsident Xi und Russlands Präsident Wladimir Putin sogar Trumps außenpolitische Strategien unterstützen.

Foto: Blick auf Osaka (Pxhere CC0)