Tokio (JAPANMARKT) – Die Hitachi-Gruppe will im Zuge der Elektrifizierung von Autos zu einem global bedeutenden Zulieferer aufsteigen. Jetzt erteilte Audi einen wichtigen Auftrag.

Bauteil für Audi

Ein Wechselrichter von Hitachi Automotive Systems wird von Audi in das eigene erste serienmäßige Elektrofahrzeug verbaut. Der Audi e-tron kam im März in Europa auf den Markt (siehe Foto). Der japanische Wechselrichter wurde speziell für Elektroautos entwickelt und dafür die Leistungsdichte um 160 Prozent gegenüber der vorigen Generation gesteigert.

Der Audi e-tron ist ein vollwertiger SUV mit einer Leistung von 265 Kilowatt. Der vordere Elektromotor, der achsparallel angeordnet ist, kommt auf 125 kW Peakleistung. Die hintere, koaxial angeordnete Maschine gibt 140 kW ab.

Scharfe Konkurrenz

Die Hitachi-Sparte für Automobillösungen wird seit April 2018 von dem früheren ABB-Manager Brice Koch geführt. Er wurde mit dem Auftrag nach Japan geholt, die Globalisierung des Geschäfts zu beschleunigen. „Unsere Konkurrenten sind drei- bis fünfmal so groß, also haben wir einige Hausaufgaben zu erledigen“, sagte der Schweizer kurz nach seinem Amtsantritt.

Die Automobilsparte von Hitachi macht rund zehn Prozent des Konzernumsatzes aus, davon werden rund 60 Prozent außerhalb von Japans erzielt. Derzeit erwirtschaftet Hitachi Automotive 40 Prozent des Umsatzes mit integrierten Fahrwerksregelsystemen, 40 Prozent mit Motormanagementsystemen und 20 Prozent mit Fahrzeuginformationssystemen.

Umbau der Branche

Die Elektrifizierung ist Chance und Gefahr zugleich. Die Hitachi-Gruppe hat genug Expertise für Elektromotoren und die Hybridtechnik. Aber sie konkurriert mit einem neuen Verbund aus Toyota, Mazda und Denso, der gemeinsam Elektromotoren herstellen will. Auch der Elektromotor-Riese Nidec hat sich neuerdings auf die Autobranche ausgerichtet.

Vor diesem Hintergrund hatten Hitachi und Honda im Juli 2017 ein Joint Venture aus der Taufe gehoben, das Elektromotoren für Fahrzeuge entwickeln wird. Das Unternehmen gehört zu 51 Prozent Hitachi Automotive und zu 49 Prozent Honda. Es geht um Elektromotoren für Hybrid-, Plugin-Hybrid- und Batterie-Elektrofahrzeuge.

Foto: Elektroauto Audi e-tron (Audi)