Tokio (JAPANMARKT) – Japan dämmt die Verschwendung von Nahrungsmitteln gesetzlich ein. Einige Unternehmen gehen bereits voran.

Scharfe Vorschriften

Im hoch verstädterten Japan werden in Supermärkten und Take-Out-Restaurants sehr viele frisch zubereitete Nahrungsmittel angeboten. Dafür gelten strenge Verfallsvorschriften. Viele Anbieter gewähren daher Preisnachlässe, um am Abend noch Käufer für die verderbliche Ware zu finden.

Doch die Mini-Supermärkte verfolgten bisher eine andere Strategie. Den Franchise-Nehmern waren Preisnachlässe am Abend untersagt, stattdessen stellten ihnen die Kettenbetreiber 85 Prozent des Preises in Rechnung. Die Märkte waren zum Wegwerfen gezwungen.

Das soll sich jetzt ändern. Die Minimarkt-Betreiber Seven-Eleven und Lawson führen einen Spät-Discount auf frisch zubereitete Angebote ein, allerdings nur in Form von geldwerten Punkten für die Besitzer der jeweiligen Treuekarte.

Gesetz verabschiedet

Der Handlungsdruck geht auch von einem Gesetz aus, das das Parlament heute beschloss. Es ermächtigt die Regierung, Maßnahmen gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln zu ergreifen. Damit soll die bisherige Menge von geschätzt 6,4 Millionen Kubikmeter jährlicher Abfälle sinken. Zum Vergleich: In Deutschland sind es dreizehn Millionen Tonnen.

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen für 2030 verlangen eine Halbierung der weltweit verschwendeten Menge. Dafür müsste sich in Japan jedoch das Bewusstsein der Verbraucher ändern. Im Vergleich zu Deutschland sind die Ablaufzeiten für Lebensmittel nicht nur kürzer, sondern solche Waren werden häufig vorzeitig aus den Regalen genommen.

Eine Ursache für dieses Verhalten liefern die japanischen Verbraucher, die beim Einkaufen besonders eifrig auf die Frische von Produkten achten. Laut inoffiziellen Schätzungen stammt die Hälfte der weggeworfenen Nahrung aus Haushalten. Die Ablaufdaten werden in der Regel als Verfallstermine verstanden und die Waren daher oft überpünktlich weggeworfen.

Foto: Frisch zubereitete Nahrungsmittel in einem Mini-Supermarkt (flickr/Amy Jane Gustafson CC BY-ND 2.0)