Tokio (JAPANMARKT) – Viele Japaner träumen davon, ein Restaurant zu eröffnen. Nun erleichtern „Geisterküchen“ ihnen den Geschäftsstart.

Globaler Trend

Der weltweite Trend zur Auslieferung von Fertigessen hat auch Japan erfasst. Dadurch fangen mehr Anbieter zunächst mit dem Ausliefern an, das eigene Restaurant eröffnen sie erst später. So erlaubt zum Beispiel der Lieferdienst Uber Eats, ein solches „virtuelles“ Restaurant zu betreiben.

Die Bestellungen erhält der Inhaber über die Uber-Eats-App. Die Zubereitung findet häufig in einer bestehenden Restaurantküche statt, die durch die zusätzlichen Bestellungen von außen besser ausgelastet wird. In der App firmiert sie jedoch unter anderem Namen mit anderer Speisekarte.

Eine Alternative bietet sich Anbietern in einer „Geisterküche“. Dabei handelt es sich um Köche, die entweder eine bestehende Küche während der Ruhezeiten eines anderen Restaurants benutzen, oder von einem professionellen Anbieter eine Küchenzeilen auf Zeit anmieten.

Küche zum Mieten

Das Start-up-Unternehmen Sentoen zum Beispiel bietet vier unabhängige Küchen zum Mieten im Tokioter Stadtteil Meguro an. Dort können bis zu acht virtuelle Restaurants ihre Mahlzeiten herstellen, vier tagsüber und vier abends. Die Monatsmiete beträgt 100.000 bis 150.000 Yen (1.200 Euro). Die Nutzer sparen die Investition in eine eigene Küche und bezahlen viel weniger Miete als für ein Ladenlokal.

Dieser finanziell leichtere Start ins Geschäftsleben hat noch die wirtschaftlichen Vorteile, dass die Betreiber ihre Menus im Hinblick auf die Nachfrage optimieren und den möglichen Umsatz der Angebote in ihrer Nachbarschaft besser einschätzen lernen. Dadurch können sie die notwendige Laden- und Küchenfläche für das eigene echte Restaurant anpassen.

Foto: Kitchenbase (© Sentoen)