Tokio (JAPANMARKT) – Japans erstes kommerzielles Passagierflugzeug kommt nur schwer in die Luft. Nun schnürt der Hersteller ein Paket mit rettenden Maßnahmen.

Neuer Name

Das Wort „Mitsubishi“ soll wegfallen, aus dem „Mitsubishi Regional Jet“, kurz MRJ, soll der „Space Jet“ werden. Laut einem unbestätigten Bericht der Finanzzeitung Nikkei ist dies eine der Ideen des einzigen japanischen Herstellers von eigenen Flugzeugen, um sein Projekt zu retten.

Die zweite Neuerung besteht darin, sich über den MRJ 90 mit 90 Sitzen hinaus auf ein kleineres Modell zu konzentrieren. Dieser MRJ 70 hat, wie der Name bereits andeutet, nur 70 Sitze, auch das Design wird überarbeitet. Dieses kleinere Flugzeug soll schon im Juni vorgestellt werden.

Produktion in USA

Nach den Nikkei-Informationen plant Mitsubishi auch eine Produktion in den USA unter dem Einsatz von mehr amerikanischen Zulieferern. Damit folgt der japanische Hersteller dem Vorbild von Honda, gäbe jedoch das Projekt eines rein japanischen Flugzeuges auf.

In einer Pressemitteilung zur Paris Air Show im Juni versprach Mitsubishi Aircraft „mehrere Ankündigungen“. Der MRJ 90 bleibe der Grundpfeiler, jedoch hätten sich das Unternehmen und der Markt verändert. Das dürfte eine Anspielung darauf sein, dass sich der direkte Konkurrent Embraer mit Boeing verbündet hat.

Riskante Strategie

Der Strategiewechsel birgt seine eigenen Risiken. Eine Änderung des Designs bedeutet, dass das kleinere Flugzeug nicht vor 2022 eine offizielle Zertifizierung erhalten würde. Falls bisherige Besteller für den MRJ 90 zum kleineren Flugzeug wechselten, müssten sie noch länger auf ihre Jets warten.

Auch eine 70-Sitz-Version des MRJ hätte Embraer als direkten Konkurrenten. Nach Nikkei-Angaben gibt es 960 Bestellungen für einen 70-Sitzer der E-Jet-Serie von Embraer. Für den MRJ 90 gibt es bislang 407 Aufträge. Aber die Auslieferung der ersten Maschine hat sich fünf Mal verzögert und wurde bislang um sieben Jahre verschoben.

Update vom 5. Juni: Der Mutterkonzern Mitsubishi Heavy Industries verhandelt mit dem kanadischen Flugzeughersteller Bombarier, dessen Canadair Regional Jet-Programm zu übernehmen. Damit bekämen die Japaner ein etabliertes Standbein auf dem nordamerikanischen Markt einschließlich Vertriebskanälen und Service-Netzwerk.

Foto: © Mitsubishi Aircraft