Tokio (JAPANMARKT) – Kyocera aus Kyoto erwirbt den Geschäftsbereich Hochleistungskeramik der Friatec GmbH mit Sitz in Mannheim. Es ist bereits der zweite Zukauf in Deutschland binnen zwei Monaten.

Feinkeramik aus Mannheim

Seit der Gründung 1959 produziert Kyocera Keramikkomponenten für eine Vielzahl von Märkten, darunter Industriemaschinen, Bausteine der Informationstechnologie, medizinische Geräte und Geräte für den Umweltschutz und den Bereich erneuerbare Energien.

Im April hatte Kyocera die H.C. Starck Ceramics GmbH, die in Kyocera Fineceramics Precision GmbH umgetauft wurde, erworben. Die Deutschen sind auf nichtoxidische Feinkeramik-Komponenten spezialisiert. Mit der Übernahme sicherte sich Kyocera eine Produktionsstätte für Feinkeramik in Europa. Dadurch können die Japaner Kunden in Europa schneller beliefern.

Zweites Werk in Deutschland

In diesem Zusammenhang ist der Zukauf der Keramiksparte von Friatec zu sehen. Dadurch erhält Kyocera ein zweites Werk in Deutschland, aber für oxidische und metallisierte Keramikbausteine samt den dazugehörigen Vertriebskanälen. Die Herstellung von Prototypen und die kurzen Lieferzeiten stärken das Europa-Geschäft. Außerdem vertreibt Friatec Kunststoffkomponenten.

Der Verkäufer der Friatec-Sparte ist die belgische Aliaxis. Der veräußerte Geschäftszweig besteht aus der Frialit-Degussit-Hochleistungskeramik und der Fridurit-Labortechnik. Die Transaktion soll bis zum dritten Quartal abgeschlossen sein. Die Rechtsanwaltskanzlei Arqis mit den Standorten Düsseldorf und Tokio unterstützte den Käufer. Finanzielle Details wurden nicht mitgeteilt.

Foto: Friatec Werk in Mannheim (© Friatec)