Tokio (JAPANMARKT) – Der deutsche Software-Gigant SAP unterstützt jetzt auch Start-ups für Business-Software in Asien. Japan ist der Startpunkt, im Juli geht es los.

Kontakte zu Kunden

Vor zwei Jahren startete das größte deutsche Software-Unternehmen ein eigenes Inkubator-Programm für Jung-Unternehmen namens SAP.io. Zum einen handelt es sich dabei um einen Fonds, der Start-ups direkt mit Kapital ausstattet. Zum anderen verbindet das „SAP.io Foundry“-Programm ausgewählte Software-Innovatoren mit etablierten SAP-Kunden.

SAP.io-Geschäftsführer Ram Jambunathan erklärte das Foundry-Konzept in einem Interview mit der Finanzzeitung Nikkei damit, dass Start-ups von SAP.io Führung, Unterstützung und direkten Zugang zu Neukunden bekämen. Das sei eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten, sagte er. SAP-Kunden könnten innovative Software zu niedrigen Preisen testen, während die Start-ups nicht mühsam nach Testkunden suchen müssten.

Erster Asien-Standort

Bisher hat SAP.io Standorte in San Francisco, New York, Paris, Berlin, Tel Aviv und München aufgebaut. Nun folgt Tokio als erstes Büro in Asien. Im Februar begann SAP mit der Auswahl von Kandidaten für eine solche Inkubator-Unterstützung in Japan.

Aus über 50 Bewerbern werden sechs bis acht Start-ups ausgewählt, ab Juli erhalten die Gewinner für zwölf Wochen Unterstützung. Der „SAP.iO Foundry Tokyo“ ist im Inspired.Lab, Japans größtem „Business Innovation Space“, im Otemachi Building im Tokioter Stadtteil Marunouchi angesiedelt.

Alternde Gesellschaft

Japan sei führend bei Automobilen, Robotern, Biotechnologie und Technologien für die alternde Gesellschaft, sagte Jambunathan gegenüber Nikkei. Start-ups aus diesen Bereichen würden im Fokus der ersten „SAP-Foundry“ in Japan stehen.

Japan und Südostasien seien die Märkte, die SAP bereits verstehe, erzählte Jambunathan. Nach Tokio werde man nach Singapur gehen, anschließend stehen Indien und China auf ihrer Expansionsliste. In Japan sehe sich SAP nicht in Konkurrenz zum Vision Fund der Softbank Group von Masayoshi Son, da man den Jungunternehmen viel früher unter die Arme greife.

Foto: © Inspired Lab